War der erste Abend beim Fantasy Filmfest 2016 in Köln nur der kleine Vorgeschmack auf die folgenden zehn Tage, so erinnerte mich der zweite Tag daran, dass auch nach 12 Jahren Erfahrung mit dem Festival und einer jährlichen Quote von mehr als 200 Kinobesuchen fünf Filme am Tag dennoch sehr anstrengend sind und gerade die späteren Vorstellungen die Konzentration ganz schön fordern. In den sehr bequemen Sesseln der Astor Film Lounge im Residenz in Köln steigen dann die Anforderungen an die gezeigten Filme, die Aufmerksamkeit der Zuschauer stetig zu halten. Keine Überraschung, dass einige Vielseher (mich meistens mit eingeschlossen) mit Energy Drinks und/oder Kaffee nachhelfen müssen. Den zweiten Tag konnte ich allerdings noch ohne Taurin oder Koffein überstehen, auch wenn mich keiner der fünf gesehenen Filme wirklich vom Hocker gerissen hat. Wie ich schon geahnt habe, hat Swiss Army Man die Messlatte erst einmal so hoch gelegt, dass die Filme am Folgetag dagegen einfach nur verlieren konnten. Dennoch: einen wirklich durch und durch schlechten Film habe ich auch nicht gesehen und die meisten Beiträge des zweiten Tages konnten zumindest in Ansätzen punkten. Geboten wurde ein wirklicher Mischmasch an Themen und Genres, das Stichwort war aber meist „unheimlich“: unheimliche Nachbarn, unheimliche Wälder, ein unheimliches Dorf, unheimliche Geisterhäuser und eine unheimliche Großmutter standen auf dem Programm. Und winzige Nazis. Aus Bratwürsten. Gespielt von Kevin Smith…

Die Kurzkritiken zu The Ones Below, Deep in the Wood, Abattoir, Yoga Hosers und Trash Fire findet Ihr unten.

Tag 2

The Ones Below

Fantasy Filmfest 2016 Kritiken The Ones BelowEine junge werdende Mutter, unheimliche Nachbarn und dauerpräsente Paranoia… Das kennen wir doch schon aus Roman Polanskis Klassiker Rosmaries Baby. Werke von Polanski und Hitchcock standen eindeutig Pate für The Ones Below, das Regiedebüt von David Farr, der zuletzt die exzellente Miniserien-Adaption von John Le Carrés „The Night Manager“ schrieb. Es ist ein solider, wenn auch unspektakulärer Einstand als Regisseur, mit einem Film, der sich eindeutig für unvorhersehbarer und schockierender hält, als er es wirklich ist. Im Gegensatz zu Rosemaries Baby geht hier die Gefahr, die dem jungen Paar Kate (Clémence Poésy) und Justin (Stephen Campbell Moore) droht, nicht von finsteren, übernatürlichen Mächten aus, sondern ist sehr real, wenn auch nicht sonderlich realistisch. Sobald das junge Paar ihre neuen Nachbarn Jon (David Morrisey) und die ebenfalls schwangere Theresa (Laura Birn) kennenlernt, müssten bei ihnen schon sämtliche Alarmglocken klingeln. Theresa ist redselig, schräg und vollkommen besessen von ihrem ungeborenen Baby. Das ist auch die einzige Eigenschaft, die sie mit ihrem Ehemann zu teilen scheint, denn Jon ist ein sehr direkter, schroffer und herablassender Geschäftsmann. Das gemeinsame Abendessen endet in einer Katastrophe: die gestresste Theresa stürzt die Treppe hinunter und verliert ihr Baby, wofür Jon und sie ihren Gastgebern die Schuld geben, denn schließlich wechselten sie nicht die kaputte Glühbirne im Flur aus und Theresa stolperte über ihre Katze.

Jon und Theresa verlassen für eine Weile das Land, verarbeiten ihre Trauer und kehren erst nach der Geburt von Kates Sohn zurück – offenbar bereits zur Versöhnung. Dennoch: sind das wirklich die Leute, denen man sein Kind zum Babysitten anvertraut? Und warum ist es so, dass Ehemänner in solchen Filmen immer allen anderen eher Glauben schenken als ihren Ehefrauen?

Alle Schauspieler, insbesondere Poesy, deren von der Mutterschaft zermürbte Kate tatsächlich an die junge Mia Farrow erinnert, überzeugen in ihren Rollen, doch die geschriebenen Charaktere tun den Schauspielern keine Gefallen. Zu unrealistisch bleiben die Handlungen diverser Figuren und der vermeintliche große Twist, auf den der Film während seiner gesamten zweiten Hälfte hinbaut, ist so offensichtlich, dass nachdem er sich eine halbe Stunden lang im Schneckentempo entfaltet hat, man enttäuscht feststellen muss, dass der Film keine weiteren Asse im Ärmel hat. So sorgfältig und behutsam legt der Film ellenlang die Weichen für sein konsequentes Finale, dass er lange vor der „Enthüllung“ bereits keinen Raum für Mehrdeutigkeit zulässt – und in diesem Punkt sind seine Vorbilder ihm meilenweit voraus. 2,5/5

 

Deep in the Wood

Fantasy Filmfest 2016 Kritiken Deep in the WoodEin Kind in Gefahr und überforderte Eltern waren auch das Thema des zweiten Films am Tag. Im italienischen Beitrag Deep in the Wood verschwindet der kleine Tommi in einem Dorf in den Dolomiten, während sein verantwortungsloser Vater Manuel (Filippo Nigro) sich beim alljährlichen Krampus-Fest besäuft. Die fieberhafte Suche nach dem Kind bleibt fruchtlos und die ohnehin schon angespannte Beziehung zwischen Manuel und seiner Frau Linda (Camilla Filippi) steht vor einer neuen Belastungsprobe. In den folgenden Jahren unternimmt Linda einen (erfolglosen) Suizidversuch und zudem wächst der Verdacht, Manuel habe seinen Sohn getötet und die Leiche verscharrt. Das Blatt wendet sich fünf Jahre später, als ein verwahrloster Junge auftaucht und ein DNA-Test bestätigt, dass es sich dabei um Tommaso handelt. Während der Vater einfach überglücklich ist, nach jahrelangem Selbsthass seinen Sohn wieder zu haben, glauben weder die Mutter noch ihr abergläubiger Vater, dass es sich um Tommi handelt. Das schweigsame, kalte, distanzierte und manchmal auch aggressive Kind macht es ihnen auch nicht einfach.

Deep in the Wood ist ein Film, der sehr stark davon profitiert, wenn man ihn ohne jegliches Vorwissen sieht, denn hier ist wirklich nichts so, wie es scheint. Sogar dieser Satz verrät vielleicht schon zu viel, denn der Film spielt von seinen ersten Szenen an mit den Erwartungen der Zuschauer, scheint ihnen zu entsprechen und in die gewohnten Muster zu verfallen, bevor er einem wieder den Teppich unter den Füßen wegzieht – und das gleich mehrfach. Handelt es sich beim seltsamen Kind um den Teufel höchstpersönlich oder spielt der Verstand der Mutter und des Großvaters ihnen einen Streich? Im Kontrast zu The Ones Below, der seine große Wendung wie ein Leuchtturm weit im Voraus ankündigt, überrascht Deep in the Wood die Zuschauer bis zum Ende. Wer jedoch gerne etwas mehr Ambiguität mag, wird hiervon enttäuscht sein. Auch wenn die Twists gelungen und zahlreich sind, löst der Film alle Mysterien am Ende kompakt und glasklar auf. Auf erzählerischer Ebene kann Regisseur Stefano Lodovichi auf überzeugen; dass Deep in the Wood dennoch kein stimmigeres Werk ist, dafür sorgen die durchweg unsympathischen Charaktere, deren Verwicklungen untereinander fast schon Seifenoper-Niveau erreichen, sowie das Gefühl fehlender Konsequenz am Filmschluss. 3/5

Abattoir

Fantasy Filmfest 2016 Kritiken AbattoirMit Abbatoir versucht sich Regisseur Darren Lynn Bousman nach drei Saw-Sequels, Mother’s Day und den blutigen Musicals Repo! The Genetic Opera und The Devil’s Carnival an einem Geisterhausfilm mit einem neuen Twist, denn hier wird kein bestimmtes Haus von einem Geist heimgesucht, sondern ein Geisterhaus wird mit der Absicht erbaut, um eben ein solches zu sein. Leider ist die Grundidee von Abattoir interessanter als der Film selbst, der von einer Genre-Konvention zur nächsten torkelt und sich nach einer schier endlos langen Exposition erst im finalen Akt ein wenig austoben kann.

Jessica Lowndes spielt in Abbatoir die frustrierte Immobilien-Journalistin Julia, die viel lieber über Verbrechen berichten würde. Ihr Wunsch geht auf eine grausige Art und Weise in Erfüllung. Ihre Schwester und deren Familie werden von einem Psychopathen grundlos abgeschlachtet. Als sie kurze Zeit später an den Tatort zurückkehrt, ist dieser verschwunden. Das Haus steht noch da, doch das Kinderzimmer ihres Neffen, in dem die Morde begangen wurden, wurde herausgerissen. Julia recherchiert und findet heraus, dass es über die Jahrzehnte bereits viele solcher Fälle gab – Schauplätze Morde und Todesfälle, die einfach verschwunden sind. Der gemeinsame Nenner bei allen diesen Fällen ist der ominös klingende Name Jebediah Crone. Hier ein Ratschlag an alle Möchtegern-Schnüffler – wenn ein Mann, der etwas mit einer Reihe von grausigen Morden zu tun hat, einen Namen wie Jebediah Crone trägt, dann sollte man sich von ihm lieber fernhalten.

Das tut Julia natürlich nicht und reist mit ihrer gelegentlichen Affäre und Polizisten Grady (Joe Anderson) im Schlepptau ins ebenfalls seltsam benannte Städtchen New English, wo alle Fäden zusammenzulaufen scheinen. Bis wir dort ankommen, scheint der halbe Film schon vorüber zu sein, doch die Exposition und die umfassende Erklärung des Mysteriums geht weiter und weiter und weiter… Darüber hinaus verhalten sich Julia und Grady nicht wie eine clevere Journalistin und ein erfahrener Polizist, sondern wie zwei Idioten in einem durchschnittlichen Horrorfilm. Bousman wollte mit dem Film, nicht unähnlich It Follows letztes Jahr, eine zeitlose, traumartige Atmosphäre erzeugen und das ist ihm zum Teil auch gelungen. Lowndes‘ Julia ist optisch dem Fünfziger-Noir-Kino entsprungen. Bousmans Ziel, Julia und Grady als eine Art Humphrey Bogart und Lauran Bacall in einem Horror-Setting zu inszenieren, ist jedoch zu hoch gesteckt. Nichts für Ungut, doch Lowndes und Anderson sind nicht Bogart und Bacall und haben auch keinerlei Chemie miteinander.

Obwohl der Filmtitel übersetzt „Schlachthaus“ bedeutet, ist Abattoir der bislang zahmste von Darren Lynn Bousmans Filmen. Er setzt auf langsamen Aufbau von Atmosphäre und Spannung. „Langsam“ bekommt er hin, Atmosphäre und Spannung eher weniger. Doch gerade als ich alle Hoffnung aufgegeben habe, kommt der Film in den letzten 20 Minuten in Fahrt, wenn wir endlich Jebediah Crones Lebenswerk betreten. Das Setdesign seines Geisterhauses ist ein Triumph und man hat endlich das Gefühl, genau das zu sehen, wofür man überhaupt gekommen ist. Doch leider ist es zu wenig, zu spät und wird schlussendlich abermals durch die grenzenlose Dummheit der Protagonisten unterminiert. Vielleicht kann das bereits angekündigte Sequel Dwelling nach getaner Vorarbeit mehr überzeugen. 2/5

Yoga Hosers

Fantasy Filmfest 2016 Kritiken Yoga HosersMit Yoga Hosers hat Kultregisseur Kevin Smith, am besten bekannt für seine Slacker-Komödien wie Clerks, Mallrats und Chasing Amy, den ultimativen Familienfilm gedreht. Nicht in dem Sinne, dass sein Machwerk ein Film für die ganze Familie ist. Er handelt schließlich von kniehohen kanadischen Bratwurst-Nazis mit Pickelhauben, deren favorisierte Tötungsmethode darin besteht, sich in ihre Opfer dort zu bohren, wo die Sonne nicht scheint. Nein, Yoga Hosers ist ein gemeinsames Projekt der Familien Smith und Depp, bei dem die Töchter von Smith und Johnny Depp die titelgebenden Hauptrollen spielen und ihre Mütter und Väter die Nebenrollen übernehmen, wobei Smith selbst die eingangs erwähnten Bratwurst-Nazis – im Film „Bratzis“ genannt – spielt. Der Rest der Besetzung wird nahezu komplett von den Darstellern aus Smiths letztem Film, Tusk, ausgefüllt (besonders sehenswert: Haley Joel Osment als „kanadischer Hitler“), dessen bizarres Spin-Off und den zweiten Teil seiner True-North-Trilogie Yoga Hosers darstellt. Nach dieser Beschreibung dürfte eigentlich jeder wissen, worauf er sich bei Yoga Hosers einlässt. Es ist offensichtlich, dass Smith sich überhaupt nicht darum schert, was andere über den Film denken könnten (in weiser Voraussicht rechnet er bereits in dem Film mit seinen Kritikern ab), solange seine Tochter Harley Quinn Smith und deren beste Freundin Lily-Rose Depp Spaß haben. Bei entsprechender Stimmungslage (Stichwort: Bier) und allgemeiner Aufgeschlossenheit gegenüber reinem Trash kann man das als Zuschauer von Yoga Hosers zum Glück auch, obwohl der Film dennoch die scharfsinnigen Beobachtungen von Smiths früheren Werken vermissen lässt und genau so viele Gags eine Bauchlandung hinlegen wie zünden.

Die Sprösslinge von Smith und Depp sind Colleen C. (Lily-Rose Depp) und Colleen M. (Harley Quinn Depp): dauergelangweilte, Instagram-, Emojis- und Yoga-besessene Teenagerinnen, die im Laden von Colleen C.s Vater arbeiten und dabei in etwa so motiviert und kundenfreundlich sind, wie die legendären Slacker Randall und Dante aus Smiths Kultfilm Clerks. Die beiden geraten in ein Abenteuer, in dem jugendliche Teufelsanbeter, Bratwurst-Nazi-Homunkuli, ein verrückter Wissenschaftler (und verbitterter Bildhauer) sowie Johnny Depp in seiner Rolle aus Tusk als frankokanadischer Detektiv Guy Lapointe vorkommen. Dieser „Plot“ ist bestenfalls lose zusammenhängend und letztlich auch absolut irrelevant. Im Gegensatz zu Tusk verzichtet Yoga Hosers auf jeglichen Anspruch von Drama oder Horror und gibt sich damit zufrieden, ein harmloses, weitgehend blutleeres Trashfeuerwerk zu sein. Gerade deshalb hat er für mich auch ein klein wenig besser funktioniert und zum Glück füllen die beiden jungen Hauptdarstellerinnen ihre Rollen sehr natürlich aus. Der störende Faktor ist hier tatsächlich Johnny Depp, dessen mit Warzen bedeckter Detektiv mit schlechtem französischem Akzent wieder einmal fehl am Platze wirkt und nicht die erwünschten Lacher bringt. Viel eher fragt man sich, in welchem dunklen Loch Johnny Depp sein Talent  heutzutage vergraben hat.

Um es klarzustellen: Yoga Hosers ist kein guter Film per se. Genau genommen ist er absolut dämlich. Die Witze über den kanadischen Akzent („soorry aboot that!“) und die heutige Jugendsprache und Verhalten (beobachtet durch die Augen eines Mittvierzigers) prasseln in Dauerschleife über die Zuschauer herein (und werden in der deutschen Synchro sowieso verschwinden) und machen es sich sehr leicht. Doch es gibt auch etwas unbestreitbar Angenehmes in der Einfachheit und Anspruchslosigkeit dieses Films. Man wird als Zuschauer vermutlich nie den Spaß dabei haben, den Smith und Co beim Dreh hatten, doch man verspürt die Freude, die in die Herstellung des Films geflossen ist und irgendwie färbt sie auch auf einen ab. 3/5

Trash Fire

Fantasy Filmfest 2016 Kritiken Trash FireRichard Bates Jr. ist mittlerweile zu einer festen Größe beim Fantasy Filmfest geworden. Nach Excision und Suburban Gothic läuft mit Trash Fire auch seine dritte Regiearbeit beim Festival und knüpft nahtlos an die Themen (und teilweise auch die Schauspieler) seiner beiden Vorgänger an. Religion und die Demontage einer heilen Familie geraten wieder in den Fokus des Regisseurs, sodass man sich des Gedanken kaum erwehren kann, dass er konsequent einen persönlichen Groll verarbeitet. Der Nutznießer ist dabei letztlich der Zuschauer. Vincent Chase Adrian Grenier ist Owen, ein trinkendes, bulimisches und sozial absolut unverträgliches Arschloch, das aus unerklärlichen Gründen von seiner Freundin Isabel (Angela Trimbur) ausgehalten wird. Wenn ihr Geduldsfaden endlich reißt, stimmt der von epileptischen Anfällen und Schuldgefühlen an dem Feuertod seiner beiden Eltern geplagte Owen zu, mit ihr seine Großmutter Violet (Fionnula Flanagan) zu besuchen und sich mit seiner vom Feuer entstellten Schwester Pearl zu versöhnen. Schon kurz nach der Ankunft begreift Isabel, weshalb Owen nur sehr widerwillig dorthin gereist ist – Violet ist ein Gift und Galle speiendes, misanthropes Biest, das kein gutes Haar an Isabel, Owen oder seinen toten Eltern lässt. Pearl hat wiederum mehr Interesse daran, nachts durchs Haus zu schleichen und Isabel heimlich zu beobachten, als mit ihrem Bruder zu reden.

Tonal kohärenter und stimmiger als Suburban Gothic, hat Trash Fire zwar nicht den kompromisslosen Biss von Excision und geht auch nicht ganz so unter die Haut, wird jedoch auch seine Zuschauer mit einem ähnlich mulmigen Gefühl zurücklassen. Dass Trash Fire dennoch nicht mit dem Debütfilm des Regisseurs mithalten kann, liegt daran, dass Greniers blasser Charakter einfach nicht die gleiche Faszination ausübt wie AnnaLynne McCords Hobby-Chirurgin Pauline. Wer „Entourage“ gesehen hat, wird vermutlich zustimmen, dass Greniers Vinnie Chase meist der am wenigsten interessante Charakter des Ensembles war und Trash Fire zeigt wieder einmal, dass es nicht (nur) daran lag, wie seine Figur geschrieben war. Fionnula Flanagan als fanatische Oma und Angela Trimbur als Sympathieträgerin entschädigen zum Teil dafür. AnnaLynne McCord ist wieder fabelhaft in der leider zu kurzen Rolle als Owens emotional gestörte Schwester. Auch Suburban-Gothic-Star Matthew Gray Gubler macht als Isabels religiöser Bruder einen guten Eindruck und ist zum Glück nicht so nervig wie im letzten Film des Regisseurs. Wie Excision bereitet auch Trash Fire sein schnell eskalierendes, schockierendes Finale langsam und zielsicher vor, doch auf dem Weg dorthin wirkt der Film zahmer und kaut eigentlich zu sehr die gleichen Themen wieder durch, um einen wirklichen Fortschritt für den Regisseur darzustellen. Richard Bates Jr. hat beachtliches Talent und ein noch größeres Potenzial, doch es ist an der Zeit, dass er sein Blickfeld ausweitet. 3,5/5

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Nach einem doch eher durchwachsenen Tag stehen mir am dritten Tag das bereits vor Beginn des Festivals ausverkaufte, vermeintliche Festival-Highlight The Girl with All the Gifts (Zombiefilm mit Glenn Close!) sowie das diesjährige Centerpiece und der Geheimtipp der Veranstalter Psycho Raman, ein indischer Film weit fernab von Bollywood, bevor. Bleibt dran!

Bisherige Ausgaben:

Tag 1 (Swiss Army Man, Carnage Park)