Die Muppets (2011)

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ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gesamt

The Muppets, USA 2011 103 Min Mit: Jason Segel, Amy Adams, Chris Cooper, Rashida Jones Regie: James Bobin FSK: Ohne Altersbeschränkung Kinostart: 19.01.2012 Deutsche Website

Handlung

Die Muppets sind zurück! Zwölf Jahre nach ihrem letzten Leinwandauftritt in Muppets aus dem All kehren Kermit, Miss Piggy, Gonzo und Co endlich zurück in ihrem siebten Kinofilm. Darin geht es um Walter und seinen Bruder Gary (Jason Segel), die in einer Kleinstadt aufwachsen. Bloß ist Walter eine Puppe, ein Muppet, ohne dass er es weiß. Mit der Zeit merkt Walt, dass er nicht so ist, wie die anderen. Zugleich entdeckt er auch im Fernsehen die Muppets und wird zu deren weltgrößtem Fan. Einige Jahre später geht für Walter ein Traum in Erfüllung. Gary, Walter und Garys Freundin Mary (Amy Adams), die von Walter und den Muppets nicht so angetan ist, fahren nach Hollywood, wo auch der Besuch des Muppet Studios auf dem Programm steht. Dort angekommen erlebt Walter den Schock seines Lebens – die Muppets sind nicht mehr. Das Gelände ist verlassen und verfallen. Außerdem bekommt Walter durch Zufall mit, dass der fiese Ölmagnat Tex Richman (Chris Cooper) das Studio abreißen will, um unter dem Gelände nach Öl zu bohren. Die einzige Chance, dies zu verhindern, besteht darin, dass die Muppets ihr Studio selbst zurückkaufen. Der Kostenfaktor – $10 Millionen. Nun liegt es an Walter, Gary und Mary die alte Gang zusammenzubringen, um die größte Muppet-Show aller Zeiten auf die Beine zu stellen.

Kritik

Lange hat es gedauert, bis die einst sehr populären Muppets erneut das Licht des Kinoprojektors erblickten. Der letzte Muppets Film kam bei den Kritikern und dem Publikum nicht sonderlich gut an und wurde zu einem finanziellen Flop. Danach wurde es sehr still um die Plüschwesen. Man meinte die Zeit der Muppets sei vorbei. In einem Zeitalter von Computeranimation und 3D schien das Konzept eines Films mit echten Puppen als unzeitgemäß und längst überholt. Die Muppets personifizieren Low-Tech.

Es ist letztlich der Leidenschaft des menschlichen Hauptdarstellers von Die Muppets zu verdanken, dass wir doch noch einmal in den Genuss der alten Bekannten kommen. Jason Segel, ein selbsterklärter riesiger Muppets-Fan, trieb das Projekt voran. Gemeinsam mit dem Regisseur von Nie wieder Sex mit der Ex (OT: Forgetting Sarah Marshall), Nicholas Stoller, schrieb er das Drehbuch und produzierte den Film. Bereits im deren gemeinsamen, oben erwähnten, Film brachte Segel seine Liebe für die Muppets ein, indem er in einer wichtigen Szene ein Dracula Puppen-Musical aufführen ließ, welches doch sehr an die glorreichen Zeiten der Muppets erinnerte. Nach diesem Film war den meisten Fans klar, dass Segel der Richtige ist, um die Rückkehr der Muppets zu deren alter Form voranzutreiben.

Sie wurden nicht enttäuscht. Der neue Muppets Film ist nicht bloß ein Versuch alten Stoff aufzuwärmen, um den Fans aus der alten Zeit noch etwas Geld aus der Tasche zu ziehen. James Bobins Regiedebüt ist eine selbstironische Liebeserklärung an die Muppets. So nimmt der Film mit seinem Plot die Haltung gegenüber den Muppets als ein Relikt alter Zeiten auf die Schippe und spielt damit. Die Handlung über die in Vergessenheit geratenen und irrelevant gewordenen Muppets, die versuchen, die Massen erneut für sich zu gewinnen, reflektiert die Realität und den langen Weg bis endlich ein neuer Film zustande kam. Dies vergisst der Film niemals. Gleichzeitig bietet der Film neben einer gehörigen Portion Satire und Selbstverballhornung gute Unterhaltung für Kinder. Die meisten Kinder heutzutage sind aufgewachsen, ohne die Muppets kennengelernt zu haben und eine bessere Vorstellung als diesen Film kann man sich kaum vorstellen. Gleichzeitig ist es den Machern bewusst, dass die meisten mit Kermit oder Miss Piggy nicht viel anfangen können. So fragt ein Junge Kermit in dem Film: „Bist du einer von den Teenage Mutant Ninja Turtles?“, was dieser nach kurzer Überlegung einfach bejaht. Das angestaubte und überholte Image der Muppets ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, aber es werden auch andere bekannte Muppets Zitate aus der Mottenkiste geholt.

So strotzt der Film nur vor diversen Gastauftritten (wie dies in der alten Muppets Show gang und gäbe war). So trifft man TV- und Kinogrößen wie Zach Galifianakis (The Hangover), Emily Blunt (Der Teufel trägt Prada), Jim Parsons (The Big Bang Theory), Neil Patrick Harris (How I Met Your Mother) und viele andere. Der bemerkenswerteste Auftritt kommt wohl von Jack Black, dessen „unfreiwilliger“ Auftritt bei der Muppets Show einen der komödiantischen Highlights des Films bietet. Vielleicht versucht der Film hier auch viel zu sehr das moderne Publikum durch aktuell bekannte Gesichter anzusprechen, aber gerade darum geht es ja auch in dem Film – das Alte für Neue zugänglicher zu machen. Die beiden menschlichen Hauptdarsteller – Jason Segel und Amy Adams – könnten nicht passender sein für einen Muppets Film. Amy Adams versprüht wie immer enorm viel Charme und bekommt zum ersten Mal seit ihrem großen Durchbruch mit Verwünscht (OT: Enchanted) wieder die Chance auf der Leinwand zu singen. Jason Segel hält locker mit. Die Figur von Walter spiegelt mit Sicherheit Segels Liebe zu den Muppets wider. Diese Personifizierung wird noch deutlicher, wenn Segel die Oscar-prämierte Ballade „Man or Muppet“ auf der Leinwand schmettert.

Trotz all der namhaften Schauspieler geraten hier die Muppets selbst glücklicherweise dennoch nie in den Hintergrund. Bei dem Road Trip, bei dem durchaus der Atlantik in einem Auto überquert wird, bekommen die meisten Muppets Charaktere die Gelegenheit in den Fokus der Aufmerksamkeit zu treten. Die Figuren werden sehr liebevoll und mit Respekt behandelt und dennoch wird die Albernheit des Ganzen durch die Muppets selbst einem immer wieder vor die Augen geführt, wenn sich Fozzie zum Beispiel darüber überrascht zeigt, dass das Filmbudget groß genug für eine Explosion war oder wenn er mit Furz-Schuhen auftreten will. Es ist dieser doppelbödige Humor, der vordergründig durchaus die kleinen Zuschauer zufrieden stellt, gleichzeitig aber auch ein Schmunzeln bei den Älteren auslöst, welcher die Muppets in deren goldenen Zeiten berühmt und beliebt gemacht hat. Zu einer weiteren Stärke des Films gehört eine Reihe von Songs, wie das Eröffnungslied „Life’s a Happy Song“, Kermits trauriger Solo-Auftritt mit „Pictures in My Head“ oder die Muppets Version von „Smells like Teen Spirit“.

Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann ist es die neue Figur des Walter. Sie wird ins Spiel gebracht, um die Handlung in den Gang zu bekommen und um, wie vorhin erwähnt, Jason Segels eigene Leidenschaft für die Muppets zu verdeutlichen. Davon abgesehen aber bleibt die Figur dennoch blass und nicht sonderlich interessant. Zwar wird ihr sehr viel Zeit in dem Film eingeräumt und doch freut man sich mehr, wenn die alten Bekannten wie Kermit oder Gonzo ihren Auftritt haben. Manchmal sind doch nicht alle Neuerungen gut.

Fazit

Die Muppets sind wieder da und keineswegs veraltet! Mit viel Selbstironie, Charme, Witz und ansteckender Fröhlichkeit bietet Die Muppets herrliche Unterhaltung für Jung und Alt.

Trailer