Die 5. Welle (2015) Kritik

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Die 5. Welle (2015) Filmbild 1
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gesamt

The 5th Wave, USA 2015 • 117 Min • Regie: J Blakeson • Drehbuch: Susannah Grant, Jeff Pinkner, Akiva Goldsman • Mit: Chloe Grace Moretz, Nick Robinson, Liev Schreiber, Maika Monroe, Alex Roe, Ron Livingston, Maria Bello, Maggie Siff, Zackary Arthur • FSK: ab 12 Jahren • Verleih: Sony • Kinostart: 14.01.2015 • Deutsche Website

Die 5. Welle (2015) Filmbild 1Nachdem die Hungerspiele 2012 filmisch den Startschuss für eine unaufhaltsame Welle an Young-Adult-Novellen und deren cinematische Übersetzung gab, brachte Francis Lawrence (Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2) zumindest diese Reihe im letzten Jahr zu einem Abschluss, die Flut zieht sich jedoch keinesfalls zurück. Positiv daran ist neben den ein oder anderen wirklich guten Ablegern, dass die dystopischen Teenie-Welten durchgehend starke Frauenfiguren etablieren. Auf der anderen Seite läuft das Thema in Sachen Fließbandarbeit schon wieder völlig aus dem Ruder. Hat sich erst mal ein Konzept bewährt, wird nach Formel gearbeitet, Ecken und Kanten der Vorreiter noch glatt gemacht und fertig ist der nächste Insurgent 1, 2, 3.1, 3.2 aus dem Baukasten der generischen Versatzstücke. Und dann kommt 2016 ein Film in die deutschen Kinos, der schlimmer ist, als jede vernichtende Welle, die eine plötzlich auftretende Alien-Rasse auf die Welt loslässt. Die 5. Welle ist nicht nur ein generischer Teenie-Flick, sondern eine Blockbuster-Frechheit. Die angesprochenen Aliens erscheinen mit ihrem Raumschiff, wie in District 9, plötzlich am Himmel und bringen Unruhe in das Leben der Bürger und lassen in uneinschätzbaren Abständen Wellen der Zerstörung los.

Die 5. Welle (2015) Filmbild 2Anfänglich geht nur die Elektronik verloren, schon kurz danach überfluten aber schon riesige Wellen die Zivilisation. Eine perfekte Vorlage um kurz der Zerstörungswut freien Lauf zu lassen und die typischen Bilder á la 2012 und Konsorten abzufeuern. Die 3. Welle lässt die Vogelgrippe in einem riesigen Maßstab ausbrechen und danach kommen anscheinend schon „die Anderen“ runtergestiegen. Irgen dwo dazwischen stirbt die Mutter der jungen Cassie (Chloe Grace Moretz), unserer Protagonisten, und kurz darauf kommt ihr Vater in einem Massakker um, das genau so bescheuert konstruiert ausbricht, wie Teddy MacGuffin Cassie von ihrem kleinen Bruder trennt. Die Suche nach ihm wird das zentrale Motiv des Films. Moretz wird von nun an von einem generischen Plotpoint zum nächsten geschubst. Hit-Girl ist längst Vergangenheit und langsam scheint durch, dass der Jungstar schauspielerisch wenig zu bieten hat, auch wenn das in diesem biederen Cast nicht wirklich auffallen möchte. Sogar die talentierten Teilnehmer, Liev Schreiber (Spotlight) und Newcomerin Maika Monroe (It Follows), scheinen deutlich lustlos, oder sind, wie letztere, einfach nur gnadenlos fehlbesetzt.

Die 5. Welle (2015) Filmbild 3Nichts ist wirklich gut inszeniert und kann über die Unoriginalität der Versatzstücke hinwegtäuschen bzw. aufgewärmte Massenkost schmackhaft machen. Technisch ist das alles unaufregend, bis auf ein paar teuer animierte money shots, die für die Trailer generiert wurden. Das Drehbuch spielt hier auch niemandem in die Karten und sorgt vor allem gegen Ende für unterirdischen Fremdscham und Kitsch. Nicholas Sparks wäre stolz und selbst Damon Lindelof (Prometheus) würde sich bei dem vertwisteten und sich selbst immer in Ecken drängenden Plot an den Kopf fassen. Das obligatorische Love-Triangle wird zum Ende noch deutlich angeteast und genau wie die ungefähr eine Million angehäuften Fragen und behämmerten Auflösungen faul auf Fortsetzung verschoben. Bitte nicht.

Fazit

Es ist schwer, ein gute Haar an Die 5. Welle zu lassen, aber selbst nach mehrtägiger Überlegung stellen sich immer nur wieder Kopfschmerzen ein, muss ich auch nur eine Sekunde dieses filmischen Verbrechens wieder gedanklich durchleben.

Trailer