„ … and of course kill Hitler!“

So und nicht anders beendet „The Colonel“ die Ansprache an sein Helden-Team Danger 5. Nicht nur, dass er einen Adlerkopf trägt und keinen Drink ablehnt. Nein, er ist auch der Kopf einer Truppe, die sich für den Weltfrieden einsetzt, der ständig durch das Stehaufmännchen Adolf Hitler ins Wanken gebracht wird.

Danger 5 ist eine australische Serie aus dem Jahr 2012 und 2014 und umfasst bisweilen zwei Staffeln, die sich um die Missionen der irrwitzigen Agenten drehen. Während in der ersten Staffel der Charme der 60er Jahre eingefangen wird, nutzt die zweite den Trashfaktor der 80er. Johnny Hitler in der Highschool? Ein Highlight!

Und das alles ist Spidermans Schuld! Wie Spiderman? Ja, Spiderman!

Die australischen Filmemacher Dario Russo und David Ashby kreierten 2007 die skurrile Webserie „Italian Spiderman“. Ein italienischer Macho, der die Frauenwelt vor dem Bösen beschützt. Mit Pornobalken über den Lippen, versteht sich. Ursprünglich wollte der australische Sender SBS daraus eine Serie in Auftrag geben. Aber leider kamen ihm die Rechte dazwischen. So durften Russo und Ashby kein finanzielles Projekt daraus machen und bekamen die Aufgabe, sich drei Serienkonzepte auszudenken. Die beste Idee würde der Sender produzieren. Und das war Danger 5!

Die erste Staffel beinhaltet 6 Folgen und beginnt mit der Entführung des Pariser Eiffelturms. Der soll Teil eines Geschenks an Adolf Hitler sein und führt Danger 5 in sein abgelegenes Versteck in den Bergen, wo eine Geburtstagsfeier zu seinen Ehren stattfinden soll. Hier muss sich Danger 5 als Tanzgruppe verkleiden, um Hitler ausfindig zu machen. In der zweiten Folge jagt das Team dann Nazi-Dinosaurier. Das ist mit Abstand meine Lieblingsfolge der ersten Staffel!

12884450_10153701657658768_815263723_nIn der zweiten Runde wird es, wie schon im Trailer erwähnt, persönlich! Wo die erste Staffel mehr in sich abgeschlossene Episoden beinhaltet, führt die zweite den tragischen Tod einer Figur ein, die Danger 5 dazu bringt, in 7 Folgen Rache zu nehmen. Wer ist Schuld? Natürlich Hitler! So müssen sie ihn ausfindig machen und schreiben sich sogar in einer Highschool ein, um den Führer endlich dingfest zu machen. Die zweite Staffel ist definitiv verrückter und so finden sich Danger 5 sogar in einer Nazi-Zukunft wieder oder werden zu den Power Rangers.

Nicht dass der Inhalt dieser Serie schon herausstechend genug wäre. Nein, sogar die Art, wie Russo die Folgen drehte, ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Ich fühlte mich irgendwie an „Thunderbirds“ und „Team America“ erinnert. Nur eben mit echten Menschen.

Die komplette Serie wurde nie an originalen Schauplätzen gedreht. Jedes Set wurde im Studio aufgebaut und nach dem Dreh wieder abgebaut, um für das nächste Set Platz zu machen. Außenaufnahmen oder Verfolgungsjagden wurden mit Modellen gedreht. Keine Big-Budget-Miniaturmodelle, sondern sehr simple Bauten, die als solche auch erkannt werden wollen. Ein Stil, der sich mit den Echtaufnahmen im Studio zu einer kuriosen Mischung ergibt und einfach nur unterhält! Sicher, mehr etwas für den Liebhaber, als den gewöhnlichen Zuschauer.

Beide Staffeln gibt es in Deutschland zu kaufen. Leider nicht mit deutscher Synchronisation, sondern im Originalton mit deutschen Untertiteln. Da die Nazis aber in jeder Folge eine gewichtige Rolle spielen, wird zum großen Teil auch Deutsch gesprochen! Eine Übersetzung würde der Serie auch schaden, meiner Meinung nach.

Mir haben die beiden Staffeln nicht immer durchweg gefallen. Wo die ersten paar Folgen jeder Staffel noch durch eine direkte Erzählstruktur und einer klaren Idee überzeugen, wird es mir später immer etwas zu lächerlich und wirr. Aber das ist nur mein persönliches Empfinden. Jeder sollte sich selber ein Bild machen! Es lohnt sich definitiv.

Leider ist noch keine dritte Staffel der Serie angekündigt. Es wäre aber schade drum, wenn man hier nicht anknüpft. Ich bin mir aber sicher, dass Russo und Ashby mit ihrer Produktionsfirma „Dinosaur“ auch in Zukunft einige Perlen über unseren Fernseher flimmern lassen. Ich freue mich jedenfalls drauf!

Autor: Johannes Schärfke