Cold Prey 2: Resurrection – Kälter als der Tod (2008)

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Cold Prey 2 (2008) Filmkritik
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gesamt

Fritt vilt II, NO 2008 • 86 Min • Regie: Mats Stenberg • Mit: Ingrid Bolsø Berdal, Marthe Snorresdotter Rovik, Kim Wifladt, Johanna Mørck • FSK: ab 18 Jahren • Verleih: Tiberius Film DVD-Start: 5.02.2010

Handlung

Cold Prey 2: Resurrection knüpft unmittelbar an das Ende des Vorgängers an. Jannicke (Ingrid Bolsø Berdal) wird als einzige Überlebende des Massakers im Berghotel verwundet und verstört in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht. Wie der Zufall (oder eher ein fauler Drehbuchautor) es so will, wird der wundersamerweise noch lebendige Killer dort auch eingeliefert. Trotz der schwersten Verletzungen, die er nach dem Finale des ersten Films haben sollte, wacht er auch, meuchelt seine behandelnden Ärzte nieder und wieder liegt es an Jannicke, ihm gegenüberzutreten.

Kritik

Der 2006 auf die Welt losgelassene Horrorhit aus Norwegen Cold Prey, kann zu Recht mit dem ebenfalls erfolgreichen britischen Horrorstreifen The Descent verglichen werden. Beide benutzen eine eher unübliche Landschaft als Setting (verschneite Berge bzw. Höhlen). Beide Filme haben einen sehr starken weiblichen Charakter (Ingrid Bolsø Berdals Jannicke bzw. Shauna Macdonalds Sarah). Beide Filme wurden aber auch mit einem absolut unnötigen Sequel versehen, welches direkt nach dem Ende des ersten Films ansetzt.

Wie man der Handlung bereits entnehmen kann, erfordert der Genuss von Cold Prey 2: Resurrection eine enorme Aussetzung des logischen Denkens. Niemand kann behaupten, dass der erste Film durch und durch realistisch war, aber verglichen mit dem zweiten wirkt er wie eine CNN-Reportage. Abgesehen von dem absolut unglaubwürdigen Überleben des Killers nach dem Showdown in Teil 1, macht so ziemlich jeder Charakter in diesem Film dumme Fehler oder trifft unlogische Entscheidungen. Das schließt sogar den Killer selbst ein.

Cold Prey (2008) Filmbild 1Doch während Descent 2 zum großen Teil noch die Atmosphäre und die Spannung des Originals wieder erreichen konnte, fällt dies der Fortsetzung von Cold Prey streckenweise schwer. Wie im Vorgänger, beginnt das Blutbad nicht sofort, sondern erst ab etwa der Mitte des Films. Im ersten Film diente das der gelungenen Einführung der fünf Figuren, mit denen man auch mitfiebern konnte. In Cold Prey 2, hingegen, kommt mit der Ärztin Camilla (Marthe Snorresdotter Rovik) nur ein guter neuer Charakter hinzu. Insbesondere ein extrem nerviger kleiner Junge stört ungemein (häufig ein Symptom von Horrorfilmen). Außerdem ist das Krankenhaus-Setting (Halloween 2 lässt grüßen) nicht so beeindruckend wie die Schneelandschaft und das verlassene Hotel im ersten Film. Nichtsdestotrotz hat auch dieser Film diverse spannende Szenen zu bietet und Berdals Jannicke ist ein weiteres Mal ein sehr überzeugendes Final Girl. Berdal schafft es, sowohl den verletzlichen, menschlichen Aspekt von Jannicke spielen (die ja durch die Hölle gegangen ist), als auch Ihren Unwillen aufzugeben und die Entschlossenheit, den Mörder endlich zur Strecke zu bringen.

Nach einer durchweg soliden ersten Stunde, driftet der Film in ein Territorium ab, in dem wohl gar kein logisches Denken mehr herrscht. Ohne viel zu verraten, kann ich nur sagen, dass die Handlungen der Hauptcharaktere am Ende jeglichen gesunden Menschenverstand außer Acht lassen. Immerhin Lob an die Macher, dass das Ende wohl sehr endgültig scheint und keine weitere Tür für eine direkte Fortsetzung offen gelassen wurde (der dritte Teil ist ja eine Vorgeschichte). Oder etwas doch?!

Fazit

Obwohl Cold Prey 2: Resurrection nicht an allen typischen Symptomen einer Horrorfortsetzung leidet, kann er nicht ganz an die Qualität des Vorgängers anknüpfen.

Trailer