Buddy (2013)

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Buddy (2013) Filmkritik
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gesamt

Buddy, D 2013 • 94 Min. • Regie: Michael Bully Herbig • Drehbuch: Michael Bully Herbig • Mit: Michael Bully Herbig, Alexander Fehling, Mina Tander, Daniel Zillmann, Jann-Piet Puddu, Christian Berkel • FSK: ab 6 Jahren • Kinostart: 25.12.2013 • Deutsche Website

Handlung

Eddie (Alexander Fehling) kann sein Leben dank des großzügigen Erbes seines Vaters in vollen Zügen genießen. Um Geld braucht er sich keine Sorgen mehr zu machen. Schließlich ist er Vorsitzender des erfolgreichen Getränkeunternehmens seines verstorbenen Vaters. Jede Menge leichter Mädels bleiben da natürlich auch nicht fern. Doch eines Tages droht alles den Bach runterzugehen. Ein halbherziger Führungsstil und seine selbstverliebte Art drohen, das Unternehmen zu ruinieren. Höchste Zeit, dass ihn jemand mit der Wahrheit konfrontiert. Und dann kam Buddy (Michael Bully Herbig). Ein frisch ausgebildeter Schutzengel, der Eddie helfen will, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Da nur er Buddy sehen kann, wird er schnell als Irrer abgestempelt, von der Polizei, seinem besten Freund, seinen Angestellten. Buddy muss enorme Überzeugungsarbeit leisten, um Eddie von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Notfalls auch mit einem Mikrofon bewaffnet. Zu guter Letzt könnte es dann auch endlich mit der wahren Liebe in seinem Leben klappen.

Kritik

Buddy (2013) Filmbild 1Michael Bully Herbig meldet sich nach einigen weniger erfolgreichen Jahren zurück. Die letzten Filme, in denen er mitwirkte, floppten teils heftig an den Kinokassen. An Zettl und Hotel Lux dürfte sich kaum noch jemand erinnern. Auch sein Auftritt in der Hollywood-Produktion Der unglaubliche Burt Wonderstone als überflüssiger Raubtierkünstler war kein Beweis seiner filmischen Fähigkeiten. Doch mit seiner neuen Romantikkomödie Buddy könnte ihm endlich wieder ein Erfolg gelingen. Herbig schrieb das Drehbuch und inszenierte den Film eigenständig. Dabei erzählt er eine von Anfang bis Ende nette Geschichte über das Leben und die Liebe, die nicht langweilig wird. Er kombiniert einen unverwechselbaren Humor mit einer nur im Film möglichen Liebesstory. Hinzu kommen stimmige Charaktere und ein gut gewählter Cast. Und nicht nur hinter der Kamera arbeitete Herbig emsig. Mit seiner Rolle als Schutzengel Buddy bildet er den Mittelpunkt des Films.

Buddy (2013) Filmbild 7Wenn man die Handlung und das Genre so überdenkt, denkt man automatisch an eine Til-Schweiger-Produktion. Schließlich bieten seine Filme ebenfalls Humor und eine Menge Gefühl. Doch auch wenn sich der Film ein wenig so sieht, gibt es entscheidende Unterschiede, die Buddy anders wirken lassen. Vor allem die unvergleichliche Handschrift Herbigs gibt dem Film seine sympathische Note. Allein der Wortwitz und die Gesangseinlagen, die man bereits aus der Bullyparade kennt, dürften für den einen oder anderen Muskelfaserriss im Zwerchfell sorgen. Comedy hat dieser Mann einfach drauf – als Regisseur und als Schauspieler. Lediglich bei der Sache mit der Romantik kann man sich streiten. Da merkt man, dass Herbig mit diesem Genre Neuland betritt. Die Liebe zwischen den Hauptcharakteren wirkt mal mehr, mal weniger glaubwürdig. Dennoch spricht er oft genug das Herz des Zuschauers an.

Buddy (2013) Filmbild 24Auch technisch ist der Film gelungen. Besonders erwähnenswert ist die Kamerafahrt im Vorspann des Films. Wie sie sich durch den Raum im Freeze-Zustand bewegt, wirkt sehr beeindruckend. Die Verfolgungsjagd durch die Stadt wurde ebenfalls sehr schön in Szene gesetzt. Genauso wie die Aufnahmen Hamburgs aus der Vogelperspektive, die als Übergange zwischen größeren Szenen verwendet werden. Auf den übermäßigen Gebrauch von Action-Szenen hat Herbig verzichtet. Die gesamte Umsetzung des Films wirkt insgesamt eher US-amerikanisch als deutsch und unterstreicht damit auch Herbigs Stil. Schon Der Schuh des Manitu und (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 ließen allein beim Budget auf größer angelegte Projekte schließen – im Gegensatz zu vergleichbaren deutschen Produktionen.

Die Hauptrollen Eddie und Lisa wurden mit zwei Darstellern besetzt, an denen man sich noch nicht sattgesehen hat. Alexander Fehling und Mina Tander fühlen sich sichtbar wohl in ihren Rollen. Unterhaltsam sind auch die Gastauftritte zahlreicher bekannter Größen aus dem deutschen Film und Fernsehen, die zum Teil nonchalant über den Bildschirm huschen. Die Charaktere dürften den größten Pluspunkt des Films darstellen.

Fazit

Viel Musik, viel Wortwitz. Wer Bully mag, wird den Film lieben. Alle anderen werden ihn lieben lernen. Spätestens wenn er das Lied „Close To You“ von den Carpenters performt, unterliegt jeder dem Charme seiner Figur Buddy. Der Film wird nicht langweilig, auch wenn die Handlung nicht viel Neues zu bieten hat. Das liegt vor allem an seinen sympathischen Charakteren. Mit kleinen Abstrichen in Bezug auf das Drehbuch meldet sich Michael Bully Herbig somit erfolgreich zurück. Buddy geht nicht nur ans Zwerchfell, sondern auch ans Herz. Eine ideale Mischung für die graue Jahreszeit.

Trailer