Box-Office Welt – Planet der Affen dank China wieder an die Spitze

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Box-Office Welt - 29.-31.08.2014 Zusammenfassung und Analyse

Quellen: Screendaily, Rentrak

Immer häufiger erweist sich China heutzutage als der profitabelste Markt für Hollywood-Blockbuster außerhalb der USA und manchmal sogar profitabler als die USA, wie bei Transformers: Ära des Untergangs). Aus Filmen, die schon überall erfolgreich ist, kann eine gute Performance in China einen wirklich großen Blockbuster machen und in manchen Fällen einen Film vor einem finanziellen Verlust bewahren. Das ist im Falle von Planet der Affen – Revolution nicht nötig gewesen, doch der $47-Mio-Start in China sorgte dafür, dass der Streifen am Wochenende international die $400-Mio-Marke überquerte und weltweit $600 Mio. Es ist ein phänomenaler Start und zeigt, wie schnell der chinesische Markt in den letzten Jahren gewachsen ist. Noch vor drei Jahren spielte Planet der Affen – Prevolution in China insgesamt $30,8 Mio ein und das galt damals schon als gut. Der Start von Planet der Affen – Revolution ist der zweitbeste des Jahres in China und der viertbeste aller Zeiten für einen nicht-chinesischen Film (nach den letzten beiden Transformers-Streifen und Iron Man 3). Ein solches Startwochenende verspricht ein Gesamteinspiel oberhalb von $100 Mio in China. Das gelang dieses Jahr bereits drei Hollywood-Filmen in China (Transformers: Ära des Untergangs, X-Men – Zukunft ist Vergangenheit und The Return of the First Avenger).

Insgesamt spielte der neue Planet der Affen am Wochenende $51,5 Mio ein, was locker ausreichte, um wieder Platz 1 der internationalen Kinocharts zu erobern. Das Sequel hat bis dato $408,2 Mio international eingespielt, bereits etwa 34% mehr als sein Vorgänger, der bei $305 Mio landete. Das zeigt, dass der erste Film auf jeden Fall der Reihe eine große Fangemeinde verschafft hat und angesichts der Beliebtheit von Teil 2, könnte der dritte Streifen weltweit an der $1-Milliarde-Marke kratzen. China wurde nach einem Wochenende bereits zum zweiterfolgreichsten Markt des Films außerhalb von Nordamerika, doch am erfolgreichsten ist er weiterhin in Großbritannien, wo er bei $54,1 Mio nach sieben Wochen steht. Das ist genug für Platz 2 der Jahres-Charts und liegt beeindruckende 69% vor dem ersten Film. Sogar Blockbuster wie Man of Steel, Gravity und Transformers 3 hat der Film in Großbritannien bereits hinter sich gelassen. Sehr erfolgreich läuft er auch in Frankreich, wo er mit $32 Mio der erfolgreichste Hollywood-Film des Jahres ist und Teil 1 bereits um 8% übertroffen hat. In Südkorea spielte der Streifen $30,6 Mio ein, 77% mehr als sein Vorgänger. Mehr als $20 Mio nahm er auch in Brasilien, Russland und Mexiko ein. Mit Japan (wo der erste Film auch ein Hit war) und Venezuela in petto, wird Planet der Affen – Revolution mindestens $500 Mio international einspielen und mehr als $700 Mio weltweit. Das bedeutet eine Verbesserung von mindestens 45% gegenüber dem weltweiten Ergebnis des Vorgängers.

Für einen Film, der eigentlich nicht zu den typischen Big-Budget-Hollywood-Blockbustern gehört, bleibt Lucy außerordentlich stark. Scarlett Johanssons abgefahrener Sci-Fi-Actioner spielte letztes Wochenende weitere $31,2 Mio ein und steht jetzt bei $151,6 Mio außerhalb von USA und Kanada. Für Johansson ist das jetzt schon ihr größter Hit außerhalb des Marvel-Universums. Auch für den Regisseur Luc Besson wird es schon bald sein umsatzstärkster Film sogar außerhalb von USA/Kanada. Der mit Abstand stärkste Markt für den Film bleibt natürlich Frankreich. Dort büßte Lucy in der vierten Woche nach Umsatz denkbar knapp den Spitzenplatz ein (gewann aber nach Besuchern wieder). Mit $3,3 Mio am Wochenende, brachte Lucy das Einspiel in Frankreich auf $34,9 Mio und ist bereits der dritterfolgreichste Film des Jahres in dem Land. Nach nur vier Wochen hat Lucy in Frankreich mehr eingenommen als Filme wie X-Men – Zukunft ist Vergangenheit und Die Tribute von Panem – Catching Fire während ihrer gesamten Laufzeit. Die Aussichten stehen gut für ein Gesamtergebnis von mehr als $40 Mio in dem Land.

Doch auch anderswo läuft es super für Lucy. In Mexiko überzeugte der Film mit einem Nummer-1-Start und $4,1 Mio. Auch in Brasilien startete er mit $2,6 Mio auf Platz 1. In Japan reichte es zwar nur für Platz 3 aus, doch da spielte der Film am ersten Wochenende immerhin auch $2,7 Mio ein. In Großbritannien blieb der Film mit $3,3 Mio auf Platz 1 und steht jetzt bei $13,3 Mio. Nach nur zehn Tagen überholte der Fiom dort Die Bestimmung – Divergent, 300: Rise of an Empire und G.I. Joe – Die Abrechnung. Deutschland hat $13 Mio nach drei Wochen beigesteuert, Australien $13,2 Mio nach fünf Wochen (mehr als Godzilla). Alles in allem läuft Lucy trotz eines Budgets von $40 Mio weltweit auf Blockbuster-Niveau. Starts in China, Russland, Italien, Südkorea, Argentinien und zahlreichen kleinen Märkten stehen noch aus. Lucy hat damit sehr gute Chancen auf mehr als $300 Mio außerhalb von Nordamerika und mehr als $420 Mio weltweit. Das macht den Film definitiv zu den größten Überraschungserfolgen des Jahres und zeugt von Johanssons Zugkraft in richtigen Rollen.

Marvels Guardians of the Galaxy genoss wieder ein solides internationales Wochenende mit $19,7 Mio. Das brachte das internationale Einspiel des Streifens auf $273,1 Mio. Damit hat der Film international bereits Iron Man, Captain America: The First Avenger und Thor überholt. Auch Iron Man 2 wird bald hinter ihm sein. Die besten Zahlen kamen am Wochenende aus Deutschland, wo Guardians of the Galaxy mit $7,1 Mio anlief. In Großbrtiannen kamen für den Film bereits $41 Mio zusammen – mehr als für The Return of the First Avenger, The Amazing Spider-Man 2 und Thor – The Dark Kingdom insgesamt. Aus Australien stammen bislang $20,1 Mio. Dort kletterte der Film dank schwacher Konkurrenz in der vierten Woche auf Platz 1 zurück. Zwar ist der Film bereits in fast allein seinen Märkten angelaufen, jedoch stehen noch drei große bevor – Japan, China und Italien. Das sollte ein internationales Einspiel von mehr als $400 Mio ermöglichen. Es ist aber noch nicht abzusehen, ob der Film auch die $454 Mio von The Return of the First Avenger toppen kann. Wenn ja, dann wäre das eine sehr beachtliche Leistung!

Die Neuauflage von Teenage Mutant Ninja Turtles spülte letztes Wochenende weitere $13,8 Mio in die internationalen Kinokassen und hat bis dato $112,3 Mio außerhalb von Nordamerika erreicht. Dabei hat der Filme noch jede Menge potenziell starker Märkte vor sich, darunter Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien und Japan. Am Wochenende lief der Film in Südkorea mit enttäuschenden $2,6 Mio (inkl. Previews) auf Rang 5 an. Mit Abstand am besten läuft der Film in Russland, wo er mit $27,4 Mio bereits Rang 7 der umsatzstärksten Filme des Jahres erreicht hat und dabei sogar Planet der Affen – Revolution und den neuen X-Men-Film überholt hat. Da die meisten großen Märkte aber noch vor dem Film liegen, schließe ich ein internationales Einspiel von mehr als $250 Mio weiterhin nicht aus. Mindestens $400 Mio dürften der Michael-Bay-Produktion weltweit sicher sein.

Auch der "Found Footage"-Katastrophenfilm Storm Hunters kam am internationalen Wochenende auf $13,8 Mio und erhöhte sein Einspiel außerhalb von USA und Kanada auf $50,9 Mio. Wie erwartet, läuft der Film international deutlich besser als in den USA. In keinem Land lief der Film bislang jedoch besonders herausragend. Am besten sah es noch in Russland mit $6,3 Mio aus. Da in den kommenden Wochen noch China, Portugal, Australien und Mexiko dazukommen werden, denke ich, dass hier mehr als $100 Mio international drin sind. Für einen $50 Mio teueren Film, ist das keine schlechte Ausbeute, doch ich denke, dass dieser Film vor 7-8 Jahren noch deutlich besser gelaufen wäre.

Drachenzähmen leicht gemacht 2 setzte seinen internationalen Triumphzug mit $10,9 Mio am Wochenende fort und steht jetzt bei grandiosen $426,6 Mio. In den USA hat der Film auf jeden Fall an den Kinokassen enttäuscht, doch international könnte es kaum besser laufen. Das Animationssequel hat jetzt schon außerhalb von Nordamerika 54% mehr eingespielt als der erste Film und wird noch einiges drauflegen. Zu verdanken hat der Film es (wie meistens heutzutage) v. a. China, wo er mit $63,2 Mio in drei Wochen ein phänomenales Ergebnis hinlegte. Schon bald wird der Film zum umsatzstärksten Animationsfilm aller Zeiten in China. In Italien belegte der Film zum dritten Mal in Folge Platz 1 und ist mit $8,8 Mio bereits um 17% erfolgreicher als sein Vorgänger. In Großbritannien verbesserte sich der Streifen mit $40,1 Mio um 51% gegenüber Teil 1. Auch in Südkorea, Deutschland, Frankreich, Australien, Brasilien und Russland nahm er mehr als $20 Mio ein. Insgesamt sollte Drachenzähmen leicht gemacht 2 international an der $450-Mio-Marke kratzen.

Hercules startete letztes Wochenende mit $3,4 Mio erfolgreich in Frankreich und belegte dort die Chartspitze. Insgesamt hat das Actionabenteuer mit Dwayne Johnson international $9,3 Mio letztes Wochenende eingenommen und überquerte die internationale $100-Mio-Marke. Insgesamt hat der Film $103,3 Mio eingespielt. In Australien, Brasilien, Deutschland und Spanien lief er dieses Wochenende an, China, Japan und Venezuela kommen noch in den nächsten Wochen und Monaten. Ein Gesamtergebnis von $200 Mio ist durchaus möglich, je nachdem, wie gut er in China ankommt.

The Expendables 3 schwächelt weiterhin etwas und spielte etwa $8,8 Mio am Wochenende ein. Das führte zu einem vorläufigen internationalen Einspiel von $71,1 Mio. In keinem Markt kam der Film bislang sogar in die Nähe von $10 Mio und es liegen nur noch China, Japan und Italien vor dem Sequel. Teil 1 hat international $171,4 Mio eingespielt und Teil 2 sogar $220,4 Mio. Den letzten Film wird The Expendables 3 auf keinen Fall einholen, doch falls er es schafft, sich in China wieder stark zu verbessern (der zweite spielte dort $53,1 Mio ein, der erste $31,8 Mio), könnte das Sequel vielleicht noch die Zahlen von Teil 1 erreichen. Auf jeden Fal erwarte ich etwa $150-175 Mio international.

22 Jump Street baute seinen Vorsprung auf Teil 1 noch weiter aus und spielte am Wochenende $4,2 Mio von 31 Märkten ein. Jetzt steht das Comedy-Sequel bei $123,9 Mio. Das ist mehr als das Doppelte des internationalen Einspiels von Teil 1! Großbritannien führt mit $31,5 Mio alle Märkte an, doch auch Australien ist mit $21 Mio gut dabei (dort belegt die Komödie Platz 6 der Jahres-Charts). Der Film hat fast alle südamerikanischen Länder noch vor sich und sollte mit mindestens $145-150 Mio die Kinos verlassen. Teil 3 könnte sich weiter steigern und international sogar $200 Mio knacken.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter spielte $3,7 Mio ein und brachte den Film auf $162,9 Mio. Für eine reine Teenie-Romanze ist das eine massive Zahl. Sogar Shailenes Woodleys Die Bestimmung – Divergent hat Das Schicksal ist ein mieser Verräter überholt. Dieses Wochenende erreichte der Film mit Italien seine Endstation. Kurioserweise ist ausgerechnet Brasilien der tragende Markt des Films. Er spielte dort $31,2 Mio ein, genug für Platz 2 der bisherigen Charts! Großbritannien hat derweil ebenfalls ansehnliche $19,4 Mio begeistert. Insgesamt sieht es nach etwa $175 Mio für die Jugendbuchverfilmung aus.

Transformers: Ära des Untergangs spielte zusätzliche $3,2 Mio ein und erreichte am Wochenende $828,8 Mio – eine schier unglaubliche Zahl. Unschlagbar und kaum zu glauben sind $301 Mio aus China – was ihn dort zum mit Abstand erfolgreichsten Film aller Zeiten macht. Ganz weit hinter kommt auf Platz 2 dann Russland mit $45,2 Mio und Südkorea mit $43,3 Mio. Transformers 4 hat jetzt schon 7% mehr eingenommen als der dritte Film und befindet sich aktuell auf Rang 6 der international erfolgreichsten Filme. Weiter wird er nicht vordringen, doch sein internationales Gesamteinspiel sollte sich am Ende auf etwa $840  Mio belaufen.

Die Erfolgskomödie Bad Neighbors hat ihr Einspiel international derweil auf $118 Mio gebracht. Das ist weniger, als ich nach dem starken Starts in Großbritannien und Deutschland erwartet habe, liegt aber trotzdem weit oberhalb von allen anderen Komödien mit Seth Rogen.

X-Men – Zukunft ist Vergangenheit erreichte mit $512,1 Mio das Ende seiner internationalen Laufzeit. Das Ergebnis ist sehr bemerkenswert, denn der Film hat außerhalb von USA/Kanada mehr eingespielt als alle bisherigen X-Men-Filme weltweit eingenommen haben. Weltweit (also einschließlich Nordamerika) hat das neuste X-Men-Kapitel $745,6 Mio eingespielt.

Ein internationaler Überraschungserfolg ist auch Grand Budapest Hotel von Wes Anderson. Der Film hat mittlerweile $113,6 Mio außerhalb von Nordamerika eingenommen.