Links: Guardians of the Galaxy Vol. 2 © 2017 Walt Disney Pictures
Rechts: King Arthur: Legend of the Sword © 2017 Warner Bros. Pictures

Quelle: Boxofficemojo

Es ist schon fast ein unausgesprochenes Box-Office-Gesetz, dass Big-Budget-Blockbuster, die in Nordamerika am zweiten Mai-Wochenende anlaufen, in der Regel floppen. Zu den Opfern dieses zuverlässigen Trends gehören u. a. Dark Shadows, Speed Racer, Robin Hood, Poseidon und nun auch Guy Ritchies Interpretation der Artus-Legende, King Arthur: Legend of the Sword. Begründet ist dieser Umstand häufig damit, dass Filme an diesem Wochenende meist von noch größeren Blockbustern „eingeschlossen“ sind und in deren Hype untergehen. Das schwache Abschneiden von Ritchies Fantasy-Epos und ein solider, jedoch unaufregender Start der Frauen-Komödie Mädelstrip führten dazu, dass der Gesamtumsatz der Top 12 um 32% gegenüber der Vorwoche, auf $127,2 Mio, zurückging. Ein noch größerer Verlust wurde durch den Muttertag am Sonntag verhindert, von dem bestimmte Filme an den Kinokassen sehr profitieren. Gegenüber dem gleichen Wochenende im Vorjahr, als The First Avenger: Civil War erneut führte, ging es um etwa 2% rauf.

Im Angesicht der schwachen Konkurrenz dominierte Guardians of the Galaxy Vol. 2 wieder die nordamerikanischen Kinocharts und hievte sich bereits auf Platz 2 der umsatzstärksten Filme des Jahres. Das Marvel-Sequel fiel um 55,5% auf $65,3 Mio an seinem zweiten Wochenende und brachte sein fantastisches Gesamteinspiel auf $248,4 Mio nach nur zehn Tagen. Der Film hielt sich in der zweiten Woche besser als Iron Man 3, Avengers: Age of Ultron und Civil War, die jeweils um 58,4%, 59,4% und 59,5% fielen. Der Rückgang war nahezu identisch zu dem vom ersten Guardians, der aber auch deutlich schwächer eröffnete. Der Film liegt 41% vor dem Einspiel seines Vorgängers im selben Zeitraum und hat bereits stolze 75% von dessen Gesamteinspiel in Nordamerika umgesetzt. Es bestehen keinerlei Zweifel daran, dass Vol. 2 den ersten Film überholen wird, höchstwahrscheinlich noch diesen Monat. Guardians of the Galaxy Vol. 2 hat jetzt schon die Gesamteinspielergebnisse von Doctor Strange und Thor – The Dark Kingdom in den USA und in Kanada überholt. Weltweit sieht es für den Film mit etwa $630 Mio Einspiel ähnlich gut aus. Das Original spielte vor drei Jahren weltweit insgesamt $773 Mio ein.

Da der größte Konkurrent kommende Woche, Alien: Covenant, ein R-Rating trägt, wird er Guardians nicht sehr in die Quere kommen. Überhaupt richtet sich nur ein einziger großer Film diesen Monat an das gleiche Publikum und dieser stammt ebenfalls aus dem Hause Disney – Pirates of the Caribbean: Salazars Rache. Wenn zwei Blockbuster des gleichen Studios nahe beieinander liegen, kann der ältere der beiden sogar noch von Double Features mit dem neueren profitieren. Die erste richtige Bedrohung erwartet Guardians of the Galaxy Vol. 2 erst Anfang Juni mit Wonder Woman. Unter diesen sehr optimalen Voraussetzungen wird die Fortsetzung etwa $370-380 Mio in Nordamerika einspielen.

Platz 2 ging an die Komödie Mädelstrip mit Amy Schumer und Goldie Hawn in ihrer ersten Filmrolle seit 15 Jahren. Der von der Kritik verrissene Streifen kam mit $19,5 Mio von 3501 Kinos aus den Startlöchern und erzielte einen Schnitt von $5582 pro Spielstätte. Die Zuschauer waren von dem Film nur mäßig beeindruckt und vergaben ihm einen „B“-CinemaScore (äquivalent einer „2“). Wie erwartet, waren die Zuschauer größtenteils älter (72% über 25) und weiblich (73% Frauen). Aus diesem Grund profitierte Mädelstrip auch stark vom Muttertag am Sonntag. Bei einem Budget von $42 Mio wird der Film für Fox auf lange Sicht vermutlich ein Erfolg, jedoch ein deutlich kleinerer als Dating Queen, in dem Amy Schumer ihre erste Hauptrolle spielte. Jene Komödie spielte $110 Mio in Nordamerika ein (bei $35 Mio Produktionskosten) und Mädelstrip wird vermutlich bei $55-65 Mio landen. Daran zeigt sich, dass Qualität immer noch eine Rolle spielt.

Doch im Vergleich zum drittplatzierten Film am Wochenende war Mädelstrip ein gigantischer Erfolg, denn Guy Ritchies King Arthur: Legend of the Sword ging sang- und klanglos an den US-Kinokassen mit $15,4 Mio zum Start unter. In 3702 Lichtspielhäusern gab es einen Schnitt von lediglich $4152. Das Startwochenende liegt nur knapp über dem des letzten King-Arthur-Films von 2004, der mit $15,2 Mio von 3086 Kinos anlief. Auch der damalige Film galt schon als großer Flop, da er bei einem Budget von $120 Mio (ohne Marketingausgaben) nur $51,9 Mio in Nordamerika (und $204 Mio weltweit) einspielte. Wer hätte gedacht, dass ein neuer King Arthur noch teuerer und möglicherweise noch erfolgloser sein würde? Okay, vermutlich die meisten, die die uninspirierte Marketingkampagne von Warner Bros. verfolgt haben. Wie man auf die Idee kommt, $175 Mio in einen King-Arthur-Film zu investieren, nachdem der letzte schon so böse floppte, bleibt mir schleierhaft. Die Mundpropaganda ist bei einem „B+“-CinemaScore (äquivalent einer „2+“) solide, wird jedoch keine große Rolle spielen, da der Film seine Leinwände sehr schnell verlieren wird. Mehr als $35-40 Mio ist nicht drin. Außer er wird international plötzlich zu einem Überraschungserfolg (und erste Zahlen sprechen definitiv nicht dafür), hat King Arthur: Legend of the Sword gute Chancen, zum größten Kinoflop 2017 zu werden.

Auf Seite 2 verraten wir Euch die neusten Einspielergebnisse von Fast & Furious 8, Die Schöne und das Biest und The Boss Baby.