Quelle: Boxofficemojo

Vergangenes Wochenende ließen Disney Animationsstreifen Zoomania und das Action-Sequel London Has Fallen in Nordamerika die Kinokassen klingeln. Beide ergänzten sich gut als Kontrastprogramm und brachten zusammengenommen fast $100 Mio ein. Insgesamt erwirtschafteten die Top-12-Filme der US-Kinocharts $146,9 Mio am Wochenende – eine Steigerung von 52% gegenüber de Vorwoche und 88% verglichen mit dem gleichen Wochenende im Vorjahr, als Chappie mit enttäuschenden Zahlen an der Spitze eröffnete.

Disneys Zoomania war nicht nur der eindeutige Sieger am Wochenende, sondern mit einem fantastischen Start von $75,1 Mio eine unglaubliche Erfolgsgeschichte für Disney. Wäre da nicht die phänomenale Box-Office-Performance von Deadpool, wäre Zoomania mit Sicherheit die größte Überraschung dieses noch jungen Jahres. In 3827 Lichtspielhäusern erzielte der von der Kritik gefeierte Animationsstreifen einen sehr starken Schnitt von $19614 pro Kino. Zoomania gelang tatsächlich das achtbeste Startwochenende aller Zeiten für einen Animationsfilm, noch vor Für immer Shrek und Die Unglaublichen, das zweitbeste Startwochenende eines Original-Animationsfilms (nach Alles steht Kopf) und der beste Start aller Zeiten für einen Disney-Animationsfilm, der nicht aus Pixars Schmiede kam. Darüber hinaus war es das viertbeste März-Startwochenende aller Zeiten in Nordamerika (nach Die Tribute von Panem – The Hunger Games, Alice im Wunderland und Die fantastische Welt von Oz).

Vor zwei Jahren startete The LEGO Movie ebenfalls im ersten Quartal mit vergleichbaren $69,1 Mio und erreichte insgesamt $257,8 Mio. Allerdings sollte Zoomania die Zuschauer weniger spalten und alles deutet auf universelle Beliebtheit des Films hin. Die Zuschauer vergaben ihm am Wochenende einen „A“-CinemaScore (äquivalent einer „1“). Außerdem erwartet Zoomania bis Ende April keinerlei animierte Konkurrenz in den Kinos. Auch in puncto Familienfilme sieht es bis The Jungle Book Mitte April in Nordamerika sehr mager aus. Die perfekten Umstände ermöglichen Zoomania mehrere Wochen freie Fahrt in den Kinos. Sollte der Film sich ähnlich halten wie The LEGO Movie, wird er $280 Mio in den USA erreichen. Viel wahrscheinlicher ist jedoch eine Laufzeit wie bei Die Croods. Mit dessen Multiplikator würde Zoomania bei mehr als $320 Mio landen. Zwar könnte Zoomania etwas frontlastiger sein, doch an $300 Mio führt mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit kein Weg vorbei. Disney kann mit einem finalen Ergebnis von $300-325 Mio rechnen. Es wäre erst der zehnte Animationsfilm überhaupt, der die $300-Mio-Marke erreichen würde (wenn man die Inflation außer Acht lässt). Das Jahr fängt für Animationsfilme schonmal gut an und wir haben noch sichere Hits wie Pets und Findet Dorie vor uns.

Das Action-Sequel London Has Fallen landete mit $21,6 Mio von 3490 Kinos (im Schnitt $6199 pro Kino) weit abgeschlagen auf Rang 2. Erwartungsgemäß waren 55% der Zuschauer Männer und 74% älter als 25. Das Sequel zu Olympus Has Fallen – Die Welt in Gefahr eröffnete 29% unter seinem Vorgänger, der in knapp 400 Kinos weniger anlief und auch 13% unter dem sehr ähnlich angelegten White House Down. Olympus Has Fallen war eine kleine Überraschung an den Kinokassen vor drei Jahren. Der Film startete nicht nur über den Erwartungen, er hielt sich gut und erreichte insgesamt $98,9 Mio in Nordamerika. Doch obwohl die Zuschauer das Original mochten, kehrten viele offenbar nicht für die Fortsetzung zurück. Immerhin kostete sie mit $60 Mio Produktionsbudget $10 Mio weniger als Teil 1, was für Sequels zu Erfolgsfilmen eigentlich ungewöhnlich ist. Dennoch ist der Start für den Nachfolger eines beliebten Films etwas enttäuschend. Das Konzept des US-Präsidenten als Geisel und eines Stirb-langsam-Szenarios im Weißen Haus war für die Zuschauer interessanter, als ein recht generischer Actionfilm, in dem eine Ein-Mann-Armee durch London von Terroristen gehetzt wird. Wie der erste Film, erhielt auch London Has Fallen einen „A-„-CinemaScore von den Kinogängern am Startwochenende (äquivalent einer „1-„). Mit dessen Durchhaltevermögen würde er $70 Mio an den Kinokassen in den USA und in Kanada erreichen, doch weil es ein Sequel ist, erwarte ich mehr natürliche Frontlastigkeit. Deshalb sollte London Has Fallen nicht mehr als $55-60 Mio erreichen. Zu seinem Vorteil wirkt sich jedoch aus, dass bis Batman v. Superman: Dawn of Justice keine direkte Action-Konkurrenz auf den Film zukommt.

Deadpool musste gleich um zwei Ränge absteigen und platzierte sich mit $16,7 Mio (-46,2%) auf #3 der US-Wochenendcharts. Offenbar hat London Has Fallen ihm als Konkurrenz ums erwachsene Publikum etwas zugesetzt. Beschweren kann sich 20th Century Fox über die bisherige Performance des Films jedoch wirklich nicht. An seinem 23. Tag erreichte er $300 Mio. Das gelang ihm schneller als Megahits wie Spider-Man 3, Minions oder Alice im Wunderland. Noch nie hat ein Film mit einem R-Rating (US-Altersfreigabe ab 17 Jahren) diese Barriere so schnell durchbrochen. Der bisherige Rekordträger Die Passion Christi benötigte dafür 29 Tage. Nach 24 Tagen steht Deadpool jetzt bei $311,5 Mio und steuert weiterhin zielsicher auf mehr als $350 Mio zu. Der R-rated-Rekord von Die Passion Christi ($370,8 Mio) wird bestehen bleiben, doch zumindest American Sniper wird Deadpool auf lange Sicht überholen. Deadpool ist bereits die zehnterfolgreichste Marvel-Verfilmung aller Zeiten in Nordamerika und liegt 24% vor Guardians of the Galaxy im selben Zeitraum. Allerdings fällt er auch schneller, sodass dieser Vorsprung sich in den nächsten Wochen etwas verringern wird. Die nächste nennenswerte Konkurrenz erwartet Deadpool Ende des Monats mit Batman v. Superman, wobei es zu dem Zeitpunkt keine große Rolle mehr spielen wird. Deadpool wird die Kinos mit sehr starken $350-355 Mio verlassen.

Die Satire Whiskey Tango Foxtrot mit Tina Fey spielte $7,4 Mio von 2374 Kinos auf Rang 4 der Charts ein. Nach dem großen Erfolg mit Sisters ($87 Mio) ist der Start von Whiskey Tango Foxtrot eine Enttäuschung für Fey, insbesondere angesichts der Produktionskosten in Höhe von $35 Mio, die noch keine Marketingausgaben beinhalten. Der „B“-CinemaScore (äquivalent einer „2“) wird auch nicht helfen und der Film wird seine Leinwände schnell an die neuen Filme in den kommenden Wochen verlieren. Mehr als $19-21 Mio sind nicht drin.

Der epische Flop Gods of Egypt stürzte in der zweiten Woche um drei Plätze und 63,2% auf Rang 5 der Charts und $5,2 Mio von Freitag bis Sonntag. Nach zehn Tagen kann Alex Proyas $140-Mio-Fantasykatastrophe lediglich $23 Mio vorweisen. Es wird nicht lange dauern, bis der Film gänzlich aus allen US-Kinos verschwindet und das wird er mit kaum mehr als $30 Mio Gesamteinspiel tun.

Auf Seite 2 geht es weiter mit den Einspiel-Updates zu Kung Fu Panda 3, Star Wars: Das Erwachen der Macht und den Oscargewinnern The Revenant und Spotlight.