Box-Office USA: Zoomania bleibt oben, Allegiant enttäuscht

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Box Office USA Allegiant Zoomania

Quelle: Boxofficemojo

Es herrschte Ruhe vor dem Superheldensturm an den US-Kinokassen vergangenes Wochenende. Der größte Neustart der Woche, Die Bestimmung – Allegiant, hat nicht so gezündet, wie vom Studio erhofft, und Zoomania durfte zum dritten Mal die Spitze belegen, nachdem Deadpool davor schon drei Wochen in Folge Nummer 1 war. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch Batman v. Superman ab dem kommenden Wochenende drei Wochen lang den Box-Office-Thron innehaben wird. Insgesamt spielten die Top-12-Filme in den USA und in Kanada $119,1 Mio ein, 2% weniger als am vorherigen Wochenende und am selben Wochenende im Vorjahr, als Die Bestimmung – Insurgent deutlich besser eröffnete, als sein Nachfolger. Doch keine Sorge, die Fledermaus und der Mann aus Stahl werden für ordentlichen Aufschwung beim Kinogeschäft sorgen.

Wider Erwartungen belegte Zoomania auch am dritten Wochenende mit souveränem Abstand den Spitzenplatz der nordamerikanischen Kinocharts. Ohne jegliche direkte Konkurrenz gab der Animationshit lediglich um 25,9% nach und hatte damit den besten Drop in der gesamten Top 12. Zoomania spielte $38 Mio am Wochenende ein und hatte damit nicht nur das achtbeste dritte Wochenendergebnis aller Zeiten, sondern auch das umsatzstärkste dritte Wochenende überhaupt für einen Animationsfilm, noch vor Shrek 2. Außerdem hatte der Film ein besseres drittes Wochenende als Megahits wie The Dark Knight Rises, Iron Man 3 und Die Tribute von Panem – The Hunger Games, die mehr als das Doppelte von Zoomania zum Start eingespielt hatten. Das nenne ich Durchhaltevermögen!

Am Freitag unterlag Zoomania zwar mit $9,6 Mio Allegiant, der $11,9 Mio am Starttag einspielte, holte sich aber am Samstag und Sonntag locker den Spitzenplatz zurück. Am Sonntag überschritt Zoomania dann als zweiter Film dieses Jahr die $200-Mio-Marke in den USA und steht jetzt bei $201,8 Mio nach nur 17 Tagen! Der Film liegt aktuell 10% vor The LEGO Movie im selben Zeitraum, jedoch 18% hinter Alles steht Kopf und 23% hinter Minions, die beide deutlich besser gestartet waren. Der Abstand wird sich in den nächsten Wochen jedoch deutlich verringern, denn bis The Jungle Book Mitte April hat Zoomania keinerlei Konkurrenz ums Familienpublikum zu befürchten. Da The Jungle Book außerdem ebenfalls aus dem Hause Disney stammt wie Zoomania, wird Zoomania von dem Film möglicherweise sogar in Form von Double Features profitieren. Hat bislang noch jemand Zweifel an einem Gesamtergebnis von mehr als $300 Mio für Zoomania gehabt, dürften diese endgültig aus dem Weg geräumt sein. Viel eher steuert der Film mittlerweile auf $325-340 Mio in Nordamerika zu, wobei ich sogar $350 Mio nicht mehr ausschließen würde.

Den Gegenpol zu Zoomanias überragendem und alle Erwartungen übertreffendem Erfolg bildete am Wochenende der Neuzugang Die Bestimmung – Allegiant, der sehr deutlich zeigte, dass die besten Zeiten von Jugendbuchverfilmungen vorüber sind. Bereits Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 verbuchte mit knapp $282 Mio einen deutlichen Rückgang gegenüber seinem Vorgänger und wurde zum mit Abstand schwächsten Teil der Panem-Reihe nach US-Einspiel. Von dessen Zahlen kann Allegiant jedoch auch nur träumen. Das Sequel mit Shailene Woodley eröffnete mit $29,1 Mio von 3740 Kinos, erzielte dabei lediglich einen Schnitt von $7767 pro Kino und belegte den zweiten Platz der Kinocharts. Dass Lionsgate weniger Vertrauen in den Film hatte, zeigte sich bereits daran, dass er in weniger Kinos anlief als seine beiden Vorgänger. Doch sogar das Studio hat vermutlich nicht erwartet, dass der Film so dermaßen versagen würde. Auch wenn keine offiziellen Budget-Angaben vorliegen, sollte man von mindestens $100 Mio ausgehen, da sein Vorgänger Insurgent $110 Mio kostete und solche Franchises mit der Zeit meist nicht billiger werden.

Allegiant startete 47% unter Divergent und 44% unter Insurgent. Insurgent profitierte zwar von den höheren 3D-Eintrittspreisen, doch ein so heftiger Rückgang lässt sich dadurch alleine nicht erklären. Vielmehr ist jeglicher Hype, den dieses Franchise jemals hatte (immerhin spielten Teil 1 $151 Mio in Nordamerika ein und Teil 2 $130 Mio), scheint schlichtweg tot zu sein. Hinzu kommt die Wahrnehmung einer unnötigen Aufteilung des finalen Romans von Veronica Roths Trilogie in zwei Filme, die generell sehr gespaltene Reaktion der Fans auf das letzte Buch und überwiegend negative Rezensionen für den Film. Diese spiegelten sich auch in den Reaktionen der Zuschauer am Startwochenende. Diese bewerteten den Film im Schnitt mit einem "B"-CinemaScore (äquivalent einer "2"), während der erste Film mit "A" ("1") und der zweiten mit "A-" ("1-") bewertet wurden. All das spricht für eine kurze Verweildauer des Films in den Kinos, der maximal $65-75 Mio in Nordamerika einspielen wird und damit sogar noch weniger als das Maze-Runner-Sequel. Das Studio hat jetzt eine große Hürde für den finalen Film, Ascendant, der nächsten Sommer veröffentlicht werden soll und dessen Einnahmen vermutlich noch deutlich niedriger ausfallen werden. Das ist wohl die verdiente Strafe dafür, dass man die Fans mit dem zweiteiligen Finale melken wollte.

Himmelskind war schon das dritte christliche Drama in fünf Wochen, ließ sich aber davon nicht beirren und startete besser als die beiden anderen (Auferstanden und Der junge Messias). Der Film mit Jennifer Garner setzte $15 Mio von 3047 Kinos um, platzierte sich auf #3 und schrieb einen Schnitt von $4923 pro Kino. Einschließlich des Vorstarts am Mittwoch steht der Film bei $18,6 Mio nach fünf Tagen. Mit Ostern und extrem positiver Mundpropaganda ("A+"-CinemaScore, äquivalent einer "1+") im Rücken, steht dem Film noch eine vielversprechende Laufzeit bevor. Er könnte $550-60 Mio in den USA erreichen und wäre damit auf dem gleichen Level wie God is Not Dead und Son of God von 2014. Es wird der größte Erfolg für Jennifer Garner in der Hauptrolle seit langer Zeit sein.

Im Gegensatz zu seinem Quasi-Vorgänger Cloverfield, brach 10 Cloverfield Lane an seinem zweiten Wochenende nicht in sich zusammen, sondern profitierte vom Konkurrenzmangel und fiel nur um 49,4% auf $12,5 Mio. Das reichte für Platz 4 der Wochenendcharts aus. Sein zweites Wochenende war nahezu identisch zu dem von Cloverfield, obwohl Cloverfield mit etwa $15 Mio mehr gestartet war. 10 Cloverfield Lane brachte sein vorläufiges Gesamteinspiel auf $45,2 Mio und liegt aktuell 30% hinter Cloverfield, wobei der Abstand sich mit Sicherheit noch verringern wird. Ich gehe von insgesamt $65-70 Mio für den Film aus, was ihn zu einem sehr soliden Erfolg für Paramount macht.

Auf Seite 2 geht es weiter mit Deadpool, The Revenant und einem neuen Box-Office-Meilenstein für den Bond-Film Spectre.

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