Quelle: Boxofficemojo

Nur einer der vier Neuzugänge an den nordamerikanischen Kinocharts weckten das Interesse der Kinogänger, sodass die Umsätze gegenüber der Vorwoche um 17% nachgaben und $121,9 Mio für die Top 12 erreichten. Mehr als 60% davon steuerten die beiden erfolgreichsten Filme bei. Verglichen mit dem selben Wochenende aus dem Vorjahr, als Cinderella die Charts im Sturm eroberte, gab es nahezu keine Veränderung.

Wie erwartet, gehörte der Spitzenplatz wieder Disneys Animationsstreich Zoomania, der nur 31,6% abbaute und weitere $51,3 Mio einnahm. Es ist ein hervorragender Drop für den Film. Nachdem ihm bereits der achtbeste Start aller Zeiten für einen Animationsfilm gelungen war, schaffte Zoomania jetzt sogar das fünftbeste zweite Wochenende für einen Animationsfilm. Nur Shrek 2, Shrek der Dritte, Toy Story 3 und Alles steht Kopf nahmen an ihrem zweiten Wochenende noch mehr ein. Zoomania hielt sich auch besser als die anderen großen Animationsfilme, die im März gestartet sind, wie Der Lorax, Monsters vs. Aliens und Ice Age 2 – Jetzt taut’s, die allesamt deutlich mehr als 40% an ihrem zweiten Wochenende verloren haben. In nur zehn Tagen hat Zoomania bereits großartige $144 Mio eingespielt und Kung Fu Panda 3 überholt, der seit sieben Wochen läuft. Zoomania liegt aktuell 31% vor Disneys Baymax im selben Zeitraum und 11% vor The LEGO Movie, der insgesamt knapp $258 Mio in Nordamerika einspielte. Zugleich hinkt er Die Monster Uni noch um 16% hinterher, wird den Abstand aber schon sehr bald verringern. Zoomania hat den Riesenvorteil, dass der Film noch einen ganzen Monat lang völlig konkurrenzfrei bleiben wird. Der nächste Film für die ganze Familie ist The Jungle Book, der erst Mitte April in den USA anläuft, der nächste große Animationsfilm kommt erst im Mai mit Angry Birds. Daher sollte man noch sehr Großes von Zoomania erwarten, der mit ziemlicher Sicherheit $300 Mio erreichen wird. Man kann mit einem Gesamteinspiel von $305-325 Mio rechnen.

Der einzige wirklich erfolgreiche Newcomer am Wochenende war 10 Cloverfield Lane. Das bis Januar noch völlig geheim gehaltene Quasi-Sequel zu Cloverfield nahm $24,7 Mio von 3391 Kinos ein und legte einen soliden Schnitt von $7285 pro Kino hin. Blendende Kritiken und eine sehr groß angelegte Marketingkampagne zeigten hier Wirkung, doch die Zuschauer waren weniger begeistert von dem Film und bewerteten ihn mit einem „B-„-CinemaScore (äquivalent einer „2-„). Immerhin war es eine Verbesserung gegenüber Cloverfields „C“-CinemaScore (äquivalent einer „3“). Im Gegensatz zu Cloverfield, dessen Zuschauer eher jung waren (55% unter 25), war das Publikum von 10 Cloverfield Lane deutlich älter. Etwa 68% der Zuschauer waren über 25. Bedenkt man, dass Cloverfield seinerzeit nur sehr gemischte Mundpropaganda hatte, niemand mit einem Sequel noch ernsthaft rechnete und das Budget von 10 Cloverfield Lane lediglich $13 Mio betrug, kann man diesen Start als großen Erfolg werten, auch wenn der erste Cloverfield vor acht Jahren mit $40,1 Mio deutlich besser anlief. Ich rechne mit einer recht kurzen Laufzeit für den Film, denn wie schon beim Vorgänger, ist die Resonanz der Zuschauer gemischt. Der erste Film spielte insgesamt nur das Doppelte von seinem Startwochenende ein. 10 Cloverfield Lane wird sich dank dem älteren Publikum vermutlich etwas besser halten, doch mit mehr als $55-65 Mio ist auch nicht zu rechnen.

Deadpool zeigte endlich Anzeichen einer sehr positiven Mundpropaganda und trotz recht direkter Konkurrenz von 10 Cloverfield Lane, hielt sich die Comicverfilmung am dritten Platz der Kinocharts mit $10,9 Mio und einem bemerkenswerten Rückgang von nur 34,6%. Bislang hat der Film $328,2 Mio in Nordamerika eingespielt und damit die ersten beiden Iron-Man-Filme überholt. Nach Umsatz ist Deadpool bereits die achterfolgreichste Marvel-Verfilmung überhaupt in Nordamerika. Es fehlen lediglich $5 Mio bis zum Endergebnis von Guardians of the Galaxy und $8,5 Mio bis Spider-Man 3. Spätestens kommendes Wochenende wird er beide toppen. Letzten Endes werden nur fünf Marvel-Filme mehr in den USA und in Kanada eingenommen haben als Deadpool: die beiden Avengers-Filme, die ersten beiden Spider-Man-Filme von Sam Raimi und Iron Man 3. Es ist ein unglaublicher Erfolg für den Film über einen Superhelden, der dem Mainstream längst nicht so geläufig ist wie Spider-Man, Batman oder die X-Men. Umso beeindruckender ist natürlich, dass er dies mit einem R-Rating geschafft hat. Mit Batman v. Superman: Dawn of Justice bekommt Deadpool Ende des Monats ernstzunehmende Konkurrenz, doch bis dahin wird er den Großteil seines Geschäfts bereits gemacht haben. Deadpool steuert weiterhin auf mehr als $350 Mio zu und wird höchstwahrscheinlich $355 Mio in Nordamerika erreichen.

Das Action-Sequel London Has Fallen zeigte sich an seinem zweiten Wochenende mehr von der Konkurrenz durch 10 Cloverfield Lane betroffen und ging um 49,9% gegenüber seinem Startwochenende zurück. Mit $10,8 Mio belegte London Has Fallen den 4. Platz der Charts, hielt sich aber immerhin etwas besser als sein Vorgänger, Olympus Has Fallen, der in der zweiten Woche um 53,4% nachgab. Nach zehn Tagen steht der Streifen bei $39 Mio, 29% weniger als Teil 1 im selben Zeitraum. Kommendes Wochenende wird der Actionfilm keine direkte Konkurrenz haben, doch wie auch Deadpool, wird die Ankunft von Batman v. Superman am Wochenende danach ihn hart treffen. Der Film steuert auf ein Endergebnis von $55-60 Mio zu.

Whisky Tango Foxtrot mit Tina Fey rutschte um einen Platz runter auf #5, gab um 37,4% nach und spülte weitere $4,7 Mio in die nordamerikanischen Kinokassen am Wochenende. Damit brachte die Satire ihr vorläufiges Gesamteinspiel auf $14,6 Mio. Es war ein recht guter Drop, doch es ist dennoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn bei einem $35-Mio-Budget ist der Erfolgszug für diesen Film längst abgefahren. In den kommenden Wochen wird Whisky Tango Foxtrot seine Leinwände an die Neuankömmlinge verlieren und mit etwa $24 Mio die Kinos verlassen.

Auf Seite 2 geht es weiter mit den drei weiteren Neustarts sowie den Updates zu den Einnahmen von The Revenant und Star Wars: Das Erwachen der Macht.