© Warner Bros. Pictures

Quelle: Boxofficemojo

Das Kassengeschäft in Nordamerika boomt wieder. Dank dem gigantischen Start von Suicide Squad, verbesserte sich der Umsatz der Top 12 um 23% gegenüber der Vorwoche auf $221,3 Mio, und um gewaltige 84% gegenüber dem gleichen Wochenende im Vorjahr, als Mission: Impossible – Rogue Nation Fantastic Four an der Chartspitze abwehrte. Es ist bereits das siebte Wochenende dieses Jahr, an dem das Einspiel der Top 12 mehr als $200 Mio erreichte und es wird mit Sicherheit nicht das letzte bleiben. Doch der Megastart von Suicide Squad hatte auch seinen Preis und führte dazu, dass gleich mehrere Filme, insbesondere natürlich andere Action-Blockbuster, um mehr als 50% nachgaben.

Die Beliebtheit von Comicverfilmungen heutzutage ist allgegenwärtig und dieses Jahr ist sie sichtbarerer denn je. Mit fantastischen $133,7 Mio von 4255 Kinos (im Schnitt $31418 pro Kino) eroberte Suicide Squad die Spitze der nordamerikanischen Kinocharts und stellte dabei den drittbesten Start des Jahres auf (nach Civil War, Batman v Superman und Findet Dorie). Gemeinsam mit Deadpool gehören Comicbuchadaptionen vier der fünf besten Starts des Jahres und diese Statistik spricht eigentlich für sich. Doch obwohl Suicide Squad die Höhen von Captain Americas und Supermans neuen Einsätzen verfehlte, ist dieses Startwochenende eigentlich noch beeindruckender. Wie auch im Falle vom Deadpool, haben wir es bei Suicide Squad (mit der Ausnahme des Jokers) nicht mit Ikonen der Popkultur wie Batman, Superman oder Iron Man zu tun. Es ist (ebenfalls wie bei Deadpool) dem fulminanten Marketing des Studios zu verdanken, dass Suicide Squad einen solchen Riesenstart hinlegte. Der Film versprach, sich von gewöhnlichen Comicadaptionen über strahlende Helden abzuheben, und das weckte so die Neugier der Kinogänger. Insbesondere unter Frauen kam deutlich mehr Interesse auf als bei Batman v Superman. Lag der Frauenanteil am Startwochenende des Kampfes der Giganten noch bei 31%, betrug er bei Suicide Squad ordentliche 46%. Das haben wir vermutlich Margot Robbies Harley Quinn und Jared Letos Auftritt als Joker zu verdanken.

Für Warner Bros. sollte Suicide Squad ein ähnliches Publikum abgreifen wie Marvels Guardians of the Galaxy, was sowohl der Vermarktung als auch dem identischen Starttermin zu entnehmen war. Die Rechnung ging auf und zwei Jahre nach dem Start von Guardians pulverisierte Suicide Squad dessen August-Startrekord von $94,3 Mio. Doch ob er auch dessen Gesamteinspiel von $333,2 Mio erreichen wird, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen. Trotz des tollen Starts sehen die künftigen Aussichten von Suicide Squad eigentlich weniger herausragend aus, wenn man sich die immense Frontlastigkeit am ersten Wochenende anschaut. Gelang dem Film am Freitag mit $64,9 Mio noch der drittbeste Starttag des Jahres (von dem $20,5 Mio auf Previews am Donnerstagabend entfielen), brach der Streifen am Samstag um 40,6% ein und setzte $38,6 Mio um. Im Vergleich: Guardians of the Galaxy spielte am ersten Tag zwar nur $37,8 Mio ein, fiel am Samstag aber nur um 18,1% auf $31 Mio. Natürlich ist Suicide Squad ein von den Fans so heiß erwarteter Film, dass von einem hohen Ausmaß an Frontlastigkeit auszugehen war. Doch nicht nur das wird eine Rolle spielen, sondern auch die schwächere Rezeption des Films. Mit einem „B+“-CnemaScore (äquivalent einer „2+“) kam er bei den Zuschauern zwar besser weg als Batman v Superman (der eine „B“ erhielt), doch gerade bei einer fangesteuerten Adaption wie diesen ist das keine herausragende Wertung. Die sehr schwachen Rezensionen werden auch niemanden überzeugen, den Film zu sehen, der nicht vorher schon Interesse daran hatte, während genau das bei Guardians of the Galaxy der Fall war. Ähnlich ging es dieses Jahr schon Batman v Superman: Dawn of Justice, der mit $166 Mio startete und insgesamt $330,4 Mio einspielte, also weniger als das Doppelte von seinem Startwochenende. Tatsächlich hat jener Film an seinem Starttag alleine fast ein Viertel seines Gesamteinspiels eingenommen. Wenn es Suicide Squad genau so ergeht, dann wird er in Nordamerika etwa $265-270 Mio erreichen. Ich erwarte allerdings besseres Durchhaltevermögen dank starken Werktagen in der Sommerzeit. Wenn sogar das Fantastic-Four-Reboot letzten Sommer sein Startwochenende mehr als verdoppeln konnte, wird dies auch Suicide Squad auf jeden Fall gelingen. Helfen wird ihm dabei auch die Tatsache, dass es der letzte große Sommerblockbuster des Jahres ist und er sogar den gesamten August über den Spitzenplatz halten könnte. Daher sollte der Film die $300-Mio-Marke passieren und mit $310-325 Mio vermutlich knapp hinter Batman v Superman und Guardians of the Galaxy landen. Für die $175-Mio-Produktion ist es ein sehr großer Erfolg. Es stellt sich jedoch die Frage, wie viel unausgeschöpftes Potenzial hier auf der Strecke geblieben ist. Denn wenn Suicide Squad ein wirklicher Publikumsliebling geworden wäre, hätte er mit Sicherheit auch locker $400 Mio gepackt.

Jason Bourne hatte unter dem Start von Suicide Squad deutlich zu leiden und da half ihm auch die positive Mundpropaganda mit einem „A-„-CinemaScore (äquivalent einer „1-„) nicht. Das Action-Sequel verlor 62,2% seiner Zuschauer vom Startwochenende und spielte weitere $22,47 Mio ein. Sein Gesamteinspiel beträgt $103,1 Mio nach zehn Tagen. Der Film hielt sich an seinem zweiten Wochenende schlechter als jeder andere Bourne-Film zuvor, einschließlich Das Bourne Vermächtnis. Sein vorläufiges Einspiel liegt bereits 22% hinter Das Bourne Ultimatum und nur noch 4% vor Die Bourne Verschwörung im selben Zeitraum, wobei er schon bald hinter den letzteren zurückfallen wird. Jason Bourne sollte sich in Ermangelung direkter Konkurrenz über die kommenden Wochen zwar erholen, doch es ist schon deutlich, dass die Rückkehr des Superagenten an den US-Kinokassen nicht ganz der große Hit sein wird, den sich Universal vermutlich erhoffte. Es sieht nach einem finalen Einspiel von etwa $155-165 Mio aus, inflationsbereinigt also deutlich hinter jedem Bourne-Film mit Matt Damon und gar nicht so weit vor Das Bourne Vermächtnis. Immerhin bescherte Jason Bourne Damon den 12. Film mit ihm in einer der Hauptrollen, der $100 Mio in den USA und in Kanada knacken konnte. Drei dieser Filme gehören der Ocean’s-Reihe an und vier dem Bourne-Franchise.

Die derbe Frauenkomödie Bad Moms hielt sich im Angesicht des Starts von Suicide Squad (und dessen verhältnismäßig hohen Frauenanteils am Publikum) außerordentlich gut und fiel lediglich um 41,2% auf $14 Mio am zweiten Wochenende. Dabei hielt sich die Komödie auf Platz 3 der US-Charts und steht jetzt schon bei $50,9 Mio. Nach nur zehn Tagen ist Bad Moms bereits der größte Erfolg des Studios STX Entertainment und hat noch einige sehr gute Wochen vor sich. Die Ensemblekomödie mit Mila Kunis, Kristen Bell und Christina Applegate verbuchte vergangenes Wochenende einen „A“-CinemaScore unter den Zuschauern, äquivalent einer „1“. Es ist die höchste Wertung, die eine R-rated-Komödie in den USA seit dem ersten Hangover erhalten hat. Das spricht dafür, dass viele milde Drops noch folgen werden, insbesondere da dem Film bis zum Start von Bridget Jones’s Baby im September keine direkte Konkurrenz droht. Bad Moms sollte mindestens $90-100 Mio einnehmen, doch auch ein Ergebnis oberhalb der $100-Mio-Marke würde ich nicht ausschließen. Da der Film nur $20 Mio kostete, wird er sehr großen Profit abwerfen.

Auf Seite 2 bringen wir Euch auf den neusten Stand hinsichtlich der Einnahmen von Pets, Star Trek Beyond und Ghostbusters.