Quelle: Boxofficemojo

Mit nahezu keinen nennenswerten Neustarts und dafür einem tiefen Fall des Riesenstarts aus der Vorwoche, gingen die Einnahmen an den nordamerikanischen Kinokassen am vergangenen Wochenende natürlich deutlich zurück. Mit etwa $125,6 Mio setzte die Top 12 etwa 49% weniger um als am vorherigen Wochenende. Außerdem lagen die Einnahmen 42% unter dem gleichen Wochenende im Vorjahr, allerdings war das auch das Osterwochenende letztes Jahr, an dem Fast & Furious 7 gigantisch eröffnete, was den direkten Vergleich natürlich etwas unfair macht. Dadurch, dass kein Studio sich getraut hat, irgendwelche massentaugliche Filme am zweiten Wochenende von Batman v Superman in die Kinos zu bringen, hatten fast alle älteren Filme hervorragende Rückgänge. Lediglich der Spitzenreiter selbst, Batman v Superman, konnte vom konkurrenzfreien Markt kaum profitieren und schmolz schneller als Eis in der Sahara.

Mit $52,4 Mio verteidigte Batman v Superman: Dawn of Justice den ersten Platz der US-Kinocharts und brachte damit sein vorläufiges Einspiel auf $261,5 Mio nach zehn Tagen. Man kann natürlich keineswegs behaupten, dies sei eine besonders schwache Summe. Batman v Superman ist jetzt schon der dritterfolgreichste Film des Jahres (nach Deadpool und Zoomania) und wird nach dem kommenden Wochenende erst einmal den zweiten Platz der Jahres-Charts belegen. Betrachtet man die Umstände, kann man das Einspiel des Films an seinem zweiten Wochenende nach dem Riesenstart in der Vorwoche auch nicht guten Gewissens als sonderlich gut bezeichnen. Der Film gab um furchtbare 68,4% gegenüber dem ersten Wochenende nach. Natürlich ist ein solcher Drop zum Teil auch das Ergebnis der natürlichen Frontlastigkeit von Franchises mit einer großen Fangemeinde (in diesem Fall Fans von Batman, Superman oder Superhelden generell), ist jedoch sicherlich nicht alleine dadurch zu erklären. Unter den großen Comicverfilmungen ist nur Ang Lees Hulk an seinem zweiten Wochenende mit 69,7% noch drastischer gefallen. Im Vergleich gab Deadpool im Februar um 57,4% nach, Avengers: Age of Ultron verlor am zweiten Wochenende 59,4% der Zuschauer vom Start und sogar die negativ aufgenommene Green-Lantern-Adaption mit Ryan Reynolds fiel „nur“ um 66,1% in der zweiten Woche. Der Rückgang von Batman v Superman ist auf dem gleichen Niveau mit dem des Fantastic-Four-Reboots letzten Sommer und das ist sicherlich nicht der Vergleich, denn Warner Bros. gezogen haben möchte. Batman v Supermans Vorgänger Man of Steel gab am zweiten Wochenende um 64,4% nach, doch der Film musste sich dabei gegen die riesigen Neustarts von Die Monster Uni und World War Z behaupten, während Dawn of Justice keine neue Konkurrenz hatte. Die Erklärung läuft darauf hinaus, dass viele Zuschauer keinen Gefallen an dem Film fanden und seine Mundpropaganda sehr zu wünschen übrig lässt.

Es ist bezeichnend, dass obwohl Batman v Superman das siebtbeste Startwochenende aller Zeiten hatte, sein zweites Wochenende nicht einmal unter den 25 umsatzstärksten ist. So startete Fast & Furious 7 letztes Jahr $19 Mio unter Batman v Superman, spielte aber an seinem zweiten Wochenende $7 Mio mehr ein. Deadpool lief etwa $34 Mio unter der DC-Verfilmung an, nahm aber am zweiten Wochenende $4 Mio mehr ein. Ein weiterer interessanter Vergleich lässt sich mit The Dark Knight Rises, dem letzten Batman-Film vor Batman v Superman, anstellen. Obwohl Zack Snyders Sequel besser angelaufen ist als Christopher Nolans Film, liegt er nach zehn Tagen bereits 9% hinter The Dark Knight Rises im selben Zeitraum und wird noch deutlich weiter zurückfallen.

Letztlich geht es hier nicht darum, dass Batman v Superman: Dawn of Justice ein Misserfolg ist. Das ist er sicherlich nicht. Doch es gibt jede Menge vertanes kommerzielles Potenzial, denn nach einem Start von $166 Mio sollte das Studio zumindest mit $350 Mio insgesamt rechnen dürfen und das scheint für den Film nicht mehr drin zu sein. Zwar wird er schon kommendes Wochenende $300 Mio in Nordamerika knacken und Man of Steel überholen, seine Laufzeit wird aber sehr kurz sein. Bereits Anfang Mai wird der Film vermutlich kaum nennenswerte Summen mehr in den USA und in Kanada einbringen. Es sieht für ihn nach einem Gesamteinspiel von etwa $335-345 Mio aus, womit er auf jeden Fall schon mal nicht die erfolgreichste Comicadaption des Jahres in Nordamerika sein wird. Weltweit sieht es mit $683 Mio nach zwei Wochen immerhin etwas besser aus, doch auch international bricht der Film schnell ein und wird $1 Milliarde weltweit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr erreichen. Auch das ist angesichts des gigantischen weltweiten Starts eine Enttäuschung.

Im direkten Kontrast zur Implosion von Batman v Superman hielt sich Zoomania erneut fantastisch und verlor lediglich mickrige 16,7% an seinem fünften Wochenende. Mit $20 Mio belegte Disneys Animationshit Platz 2 der Kinocharts und schaffte damit das siebtbeste fünfte Wochenendeinspiel aller Zeiten, noch vor Jurassic World, Guardians of the Galaxy und The Dark Knight.  Der einzige Animationsfilm mit einem besseren fünften Wochenende war Die Eiskönigin, der es allerdings den Feiertagen im Dezember zu verdanken hatte. Zoomania profitierte noch mehr als alle anderen Filme vom leeren Markt. Da Batman v Superman alles andere als familienfreundlich ist, bleibt Zoomania weiterhin die einzige Option für die Kinder. Nach fünf Wochen kann er stolze $275,9 Mio vorweisen und belegt jetzt schon Platz 11 unter den erfolgreichsten CG-Animationsfilmen aller Zeiten in den USA und in Kanada. Kommendes Wochenende wird er an Die Monster AG und Oben vorbeiziehen und auf Platz 9 aufsteigen. Es wird außerdem nicht lange dauern, bis erst als neunter computeranimierter Film überhaupt $300 Mio in Nordamerika erreicht.

Da kommendes Wochenende nur zwei Filme mit einem R-Rating in die Kinos kommen, wird Zoomania wieder einmal komplett ohne Konkurrenz über den Familienmarkt herrschen. Das wird sich am Wochenende darauf zwar mit der Ankunft von The Jungle Book ändern, da jedoch von Disney sind, wird Zoomania diese Konkurrenz vermutlich eher unbeschadet überstehen. Aktuell liegt der Film 10% hinter Alles steht Kopf und 9% hinter Minions im selben Zeitraum und wird den Abstand noch deutlich verringern. Es ist davon auszugehen, dass er etwa $345-355 Mio erreichen wird, bevor er die Kinos verlässt und damit sogar Batman v Superman an den Kinokassen in Nordamerika übertreffen wird, obwohl er nicht einmal halb so viel am Startwochenende einnahm, wie der Superheldenfilm. Hier zeigt sich einfach, wie wichtig sehr gute Mundpropaganda ist. Auch weltweit läuft es für Zoomania super mit $788 Mio und der Aussicht auf mehr als $950 Mio insgesamt.

Der drittplatzierte Film am Wochenende blieb auch unverändert. My Big Fat Greek Wedding 2 gab um 37,7% nach und spielte von Freitag bis Sonntag solide $11,1 Mio ein. Bislang hat der Film $36,5 Mio in Nordamerika eingenommen. Die späte Fortsetzung profitiert auf jeden Fall auch vom leeren Markt, aber auch von ziemlich positiver Mundpropaganda unter dem Zielpublikum, die im Kontrast zu den überwiegend negativen Kritiken des Films steht. Ohne neue jugendfreie Starts kommendes Wochenende wird die Komödie sich vorerst weiterhin gut halten und über April hinweg vermutlich einen unauffälligen aber ordentlichen Lauf hinlegen, an dessen Ende dem Film etwa $60-65 Mio winken. Das wären zwar nur 25-27% des Gesamteinspiels des Vorgängers (sogar ohne dessen Einspiel um Inflation zu bereinigen), doch niemand hat erwartet, dass er auch nur in die Nähe von dessen Umsatz kommt. Bei einem Budget von nur $18 Mio hat Universal einen ordentlichen Hit in der Hand.

Auf Seite 2 geht es weiter mit den Box-Office-Updates zu Die Bestimmung – Allegiant, Deadpool, 10 Cloverfield Lane und Star Wars: Das Erwachen der Macht.