Box-Office Deutschland – Die Spitze gehört zwei Filmen

0

Quelle: Insidekino

Das möglicherweise letzte Aufbäumen des Sommers gegen den Herbst kostete den Kinos am Wochenende viele Besucher. Insbesondere Familienfilme litten stark unter den warmen Temperaturen. Kein Film unter den ersten 20 ging um weniger als 40% zurück, die meisten verbuchten Drops von mehr als 50%, einige sogar von mehr als 60%. In einer Wendung, die heutzutage dank dem 3D-Aufschlag gar nicht so unüblich ist, gehörte die Pole Position zwei Filmen gleichzeitig. Während The Expendables 2 den Spitzenplatz nach Besuchern klar verteidigen konnte, war Step Up: Miami Heat nach Umsatz knapp vorne.

The Expendables 2 baute um 51% ab und lockte weitere 188,000 Zuschauer an seinem zweiten Wochenende in die Kinos. Damit steht der Ensemble-Actioner nach 11 Tagen bei mehr als 770,000 Besuchern und somit fast 200,000 vor dem ersten Film nach dem gleichen Zeitraum. Außerdem ist der Streifen nur noch weniger als 90,000 Zuschauer vom Gesamtergebnis des Vogängers entfernt. Für einen Film mit der FSK18-Freigabe ist ein solcher Erfolg und die Tatsache, dass er nach Besuchern die Spitze zwei Wochen lang halten konnte, immens beeindruckend. Er wird die 1 Mio-Zuschauermarke problemlos erreichen, und zwar als erster Film ohne Jugendfreigabe seit Final Destination 4.

Wie schon erwähnt, lag nach Umsatz aber Step Up: Miami Heat vorne. Der Tanzfilm bewies solides Durchhaltevermögen und überraschte mit dem besten Rückgang unter den ersten 20 Filmen. Nur 41% der Zuschauer von der Vorwoche verlor der Film und steht nach 150,000 neuen Besuchern bei fast 500,000 Zuschauern insgesamt. Zwar liegt der Film immer noch etwa 13% hinter seinem direkten Vorgänger, Step Up 3D, aber es lässt sich nicht abstreiten, dass auch die jetzigen Zahlen extrem gut für den Tanzfilm hierzulande sind. Sollte das Wetter in den kommenden Wochen mitspielen, wird er womöglich ebenfalls 1 Mio Zuschauer erreichen. Das Duell zwischen Step Up und den Expendables ging in der letzten Runde, 2010 (beide eröffneten damals ebenfalls am gleichen Wochenende), sowohl an Einspiel als auch an Besucherzahlen an den Tanzfilm. Diesmal sollte der Actionstreifen zumindest nach Besuchern vorne bleiben.

Unverändert auf Platz 3 blieb Ted, für den es um 46% bergab ging. Wahrscheinlich hat der Einsatz neu synchronisierter Kopien (in denen der Teddy bayrisch oder berlinerisch spricht) geholfen, einen stärkeren Drop zu vermeiden. Am Donnerstag erreichte Ted 3 Mio Zuschauer und somit als vierter Film von 2012 (nach Ziemlich beste Freunde, Ice Age 4 – Voll verschoben und The Dark Knight Rises) die Goldene Leinwand. Am Wochenende wurde der Film von insgesamt 96,000 Zuschauern gesehen, was den Film auf insgesamt fast 3,1 Mio Zuschauer brachte. Es ist ein phänomenaler Erfolg für eine amerikanische Komödie in Deutschland, insbesondere für eine, die eine "ab 16"-Freigabe trägt. Für Ted sind insgesamt weiterhin um die 3,5 Mio Besucher möglich, denn ich erwarte, dass er sich in den kommenden Wochen wieder stabilisiert.

Total Recall hielt sich auf dem vierten Platz mit 55,000 Zuschauern (-54%) und durchbrach nach drei Wochen endlich die halbe Million. Angesichts des starken Marketings und des sehr breiten Starts ist es aber kaum etwas, worauf der Film sehr stolz sein kann. Mehr als 700,000 sind hier auch nicht drin.

Den fünften Platz belegte der erfolgreichste Neustart der Woche, heiter bis wolkig. Die Komödie mit dramatischen Elementen erreichte am regulären Wochenende 53,000 Zuschauer, wobei inkl. Previews und Sneaks der Film bei insgesamt 76,000 Besuchern steht. Hier bleibt abzuwarten, ob der Film bei den Zuschauern gut oder schlecht ankommen wird. Vermarket als eine Komödie, ist der Film doch deutlich dramatischer. Mit Glück könnte er zu einem kleinen deutschen Sleeper werden, der in Richtung einer halben Million gehen wird. Mehr wissen wir nächste Woche.

Weitere Neuzugänge diese Woche waren The Watch – Nachbarn der 3. Art auf Platz 7 (51,000 Zuschauer inkl.Previews), Der kleine Rabe Socke auf Platz 10 mit 61,000 Zuschauern inkl. Previews und The Cabin in the Woods mit 69,000 Zuschaern inkl. Sneaks (aber nur 41,000 am regulären Wochenende) auf Platz 11.

Nachdem Woody Allens To Rome with Love den besten Start seiner Karriere nach Besuchern nur ganz knapp verpasste, ging es für den Film ungewöhnlich steil herab. Nur noch 51,000 Zuschauer hat er am Wochenende erreicht (-44%) und steht jetzt mit etwa 185,000 Besuchern deutlich hinter Match Point, Midnight in Paris und Vicky Cristina Barcelona. Sollte das Wetter in den kommenden Wochen kinofreundlicher ausfallen, so wird sich der Film sicherlich fangen und die halbe Million Besucher erreichen. Der Erfolg von Midnight in Paris und Match Point wird ihm aber (wohl auch aufgrund der schlechteren Qualität) verwehrt bleiben.

Merida – Legende der Highlands verlor zwar 54% seiner Zuschauer, überschritt aber immerhin am Wochenende die 1,2 Mio-Zuschauermarke.

The Dark Knight Rises und Prometheus mussten die Top 10 wahrscheinlich endgültig verlassen. Die Comicbuchverfilmung steht mittlerweile bei mehr als 3,1 Mio Zuschauer erreicht, während Ridley Scotts Sci-Fi Epos als 15. Film dieses Jahr 1 Mio Zuschauer erreicht hat. Die beiden dürften sich nun ziemlich nah am Ende ihrer jeweiligen Laufzeit in vielen Kinos befinden.

In seiner 36. Woche verließ  nun auch das Box-Office Phänomen Ziemlich beste Freunde die Top 20, wobei der Film schon fast 8,65 Mio Zuschauer in die Kinos locken konnte. Ich bin sicher, dass da noch etliche dazukommen werden, denn in vielen Kinos wird der Film noch lange gespielt werden. Ein Dauerbrenner eben.