Links: Findet Dorie (2016) © Walt Disney Pictures
Mitte: Bridget Jones‘ Baby (2016) © Studiocanal
Rechts: Inferno (2016) © Sony Pictures

Quelle: Insidekino

Danke sage und schreibe sechs breiten Neustarts, von denen fünf in mehr als 250 Kinos angelaufen sind, war wieder etwas mehr los in den deutschen Kinos am Wochenende. Die Gesamtbesucherzahl der Top 10 legte um 12% gegenüber der Vorwoche zu und erreichte etwa 1,54 Mio. Verglichen mit dem entsprechenden Wochenende im Vorjahr ging es allerdings um 2% runter.

An der Doppelspitze der Kinocharts gab es am Wochenende trotz massiver Konkurrenz keine Veränderung. Pixars Findet Dorie behauptete sich nach Besuchern haarscharf vor Inferno an der Spitze und belegte damit den 1. Platz der Charts zum vierten Mal in Folge. Die hauseigene Comicverfilmung Doctor Strange wird den Animationshit kommendes Wochenende aller Wahrscheinlichkeit nach ablösen. Kaum mehr als 1000 verkaufte Tickets trennten Dorie und Inferno am Wochenende. Das Sequel lockte weitere 294,000 Zuschauer in die deutschen Kinos, 29% weniger als am vorigen Wochenende. Mit insgesamt 3,084,000 Zuschauern nach vier Wochen gab es für Findet Dorie die erst dritte Goldene Leinwand (für mehr als 3 Mio Besucher) des Jahres. Interessant ist, dass die vier besucherstärksten Filme von 2016 in Deutschland allesamt Animationsstreifen sind (Zoomania, Pets, Findet Dorie und Ice Age – Kollision voraus!). Im direkten Vergleich liegt Findet Dorie momentan 33% vor Zoomania und 15% vor Pets im selben Zeitraum. Im Gegensatz zu den beiden wird Findet Dorie auf lange Sicht auch 4 Mio Zuschauer in Deutschland erreichen. Das gelang zuvor lediglich zwei weiteren Pixar-Filmen (Findet Nemo und Ratatouille) sowie nur 11 computeranimierten Filme überhaupt (zuletzt Die Eiskönigin). Wie weit Findet Dorie über die 4-Mio-Marke hinausgehen wird, wird davon abhängen, wie gut er die Konkurrenz von Störche und dem neuen Pettersson-und-Findus-Film in den kommenden Wochen verkraften wird. Ein Platz in der Jahres-Top-3 sollte Dorie aber definitiv sicher sein.

Die Dan-Brown-Verfilmung Inferno hielt sich nach ihrem mittelprächtigen Start sehr solide, gab nur um 28% nach und verkaufte an ihrem zweiten Wochenende 293,000 Tickets in Deutschland. Nach Umsatz war Inferno wieder die Nummer 1 der deutschen Kinocharts. Insgesamt sammelte Ron Howards Film bislang 834,000 Besucher in Deutschland ein und wird spätestens kommendes Wochenende zum 22. Besuchermillionär 2016 (letztes Jahr hatten wir insgesamt 33 Filme mit mehr als einer Million Zuschauern). Dennoch ist die Performance schwer zu loben, wenn man bedenkt, dass Inferno nach 11 Tagen immer noch deutlich weniger Zuschauer in die Kinos gelockt hat als seine beiden Vorgänger alleine an ihren Startwochenenden (1,45 Mio für The Da Vinci Code – Sakrileg und 1 Mio für Illuminati). Kommendes Wochenende wird Inferno es mit direkter Konkurrenz  von Girl on the Train zu tun haben, der auf ein ähnlich erwachsenes Publikum abzielt. Deshalb wird der Film auch nicht mehr als 1,7 Mio Besucher in Deutschland erreichen, also weniger 40% der Gesamtbesucherzahl von Illuminati und gerade einmal 30% von The Da Vinci Code. Der Hype um Dan Brown und Robert Langdon ist offenbar vorüber.

Das späte Sequel Bridget Jones‘ Baby landete mit 260,000 Besuchern von 603 Kinos auf Platz 3 der Charts, erzielte aber mit 432 Zuschauern pro Spielstätte knapp den besten Besucherschnitt am Wochenende. Zum Wochenendergebnis kamen auch massive Zahlen aus Sneaks und bundesweiten Previews des Films hinzu, sodass Bridget Jones‘ Baby insgesamt 353,000 Zuschauer bis Sonntag zählte. Nichtsdestotrotz liegt dieser Start deutlich unter denen der ersten beiden Bridget-Jones-Filme mit Renée Zellweger. Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück erreichte 2001 phänomenale 4,3 Mio Besucher in Deutschland (und toppte im selben Jahr sogar Shrek und Die Mumie kehrt zurück). Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns verbuchte drei Jahre später immerhin fast 2,3 Mio Zuschauer in Deutschland. Wie bei Tom Hanks‘ Robert Langdon ist das Interesse an den neuen Missgeschicken und romantischen Abenteuern der tollpatschigen Londonerin Bridget Jones abgeflacht, sodass der dritte Film deutlich kleinere Brötchen backt. Es ist vermutlich aber auch die Abwesenheit von Hugh Grant im dritten Film, die das Interesse an der Fortsetzung dämpfte. Bridget Jones‘ Baby sollte einen ähnlichen Verlauf hinlegen wie Bad Moms und voraussichtlich 1,4 Mio Zuschauer in Deutschland erreichen.

Auf Seite 2 verraten wir Euch, wie der bunte DreamWorks-Animationsfilm Trolls, Ben Afflecks Actionthriller The Accountant und das Horror-Sequel Ouija: Ursprung des Bösen bei uns gestartet sind, und wie sich Tim Burtons Die Insel der besonderen Kinder gegen die geballte Konkurrenz geschlagen hat.