Links: Inferno © 2016 Sony Pictures
Rechts: Findet Dorie © 2016 Walt Disney Pictures

Quelle: Insidekino

Alles deutet aktuell darauf hin, dass wenn dieses Jahr vorüber ist, die Besucherzahlen in den deutschen Kinos ein dickes Minus gegenüber 2015 aufweisen werden. Trotz eines großen Neustarts und der Unterstützung durch Herbstferien lag die Gesamtbesucherzahl der Top 10 vergangenes Wochenende wieder einmal deutlich unter dem Vorjahr, diesmal um 30%. Insgesamt 1,38 Mio Tickets wurden für die Top-10-Filme am Wochenende gekauft, 2% weniger als am vorigen Wochenende. Beim heißen Zweikampf um den Spitzenplatz der deutschen Kinocharts gab es zwei Sieger. Während Findet Dorie wieder einmal nach Besuchern die Flossen vorne hatte, setzte Inferno dank Überlängezuschlägen und ohne Kinderrabatte etwas mehr Geld um (€3,7 Mio vs. €3,5 Mio).

Findet Dorie verteidigte am regulären Wochenende nach Besuchern die Pole Position mit 413,000 gelösten Tickets, nur 28% weniger als am zweiten Wochenende des Films. Mit fast exakt 2,6 Mio Besuchern nach 18 Tagen belegt das Pixar-Sequel bereits Platz 6 unter den meistbesuchten Filmen des Jahres in Deutschland und schon bald wird er an Deadpool (2,71 Mio), The Revenant (2,82 Mio) und Ice Age – Kollision voraus! (2,89 Mio) vorbeiziehen. Sobald dies geschehen ist, werden die vier bislang erfolgreichsten Filme des Jahres in Deutschland allesamt Animationsstreifen sein. Obwohl Findet Dorie weit hinter seinem Vorgänger im selben Zeitraum zurückliegt, hat er immerhin 47% mehr Besucher als Zoomania im selben Zeitraum und 17% mehr als Pets erreicht. Eine finale Gesamtbesucherzahl von mehr als 4 Mio ist der Fortsetzung absolut garantiert. Dieses Wochenende kommt mit der direkten Konkurrenz seitens Trolls ein echter Test auf den Film zu, doch wie schon Alles steht Kopf und Hotel Transsilvanien 2 letztes Jahr, werden wohl auch diese beiden Filme trotz des gleichen Zielpublikums nebeneinander bestehen können. Am darauffolgenden Wochenende erwartet die beiden außerdem noch Warner Bros.‘ Störche – Abenteuer im Anflug. Wenn Störche und Trolls jedoch nicht zünden, dann ist der Weg frei für Findet Dorie, mehr als 4,5 Mio Zuschauer in Deutschland zu erreichen.

Der Hype um Dan Brown und seine Robert-Langdon-Romane scheint in Deutschland passé zu sein. Inferno, der dritte Ron-Howard-Film mit Tom Hanks als Langdon, startete mit 407,000 Zuschauern von 662 Kinos und erzielte mit 616 Zuschauern pro Spielstätte den besten Besucherschnitt am Wochenende, doch das Startergebnis verblasst verglichen mit den Startwochenenden von The Da Vinci Code – Sakrileg (1,45 Mio) und Illuminati (1 Mio) vor zehn bzw. sieben Jahren. Beiden Filmen gelang nicht nur eins der jeweils besten Startergebnisse ihrer Jahre, sondern sie endeten auch beide in der Top 5 von 2006 bzw. 2009. The Da Vinci Code erreichte insgesamt fast 5,7 Mio Besucher und landete auf Rang 3 unter den erfolgreichsten Filmen seines Jahres, während Illimunati mit 4,6 Mio auf Platz 5 von 2009 kam. Es würde mich sehr wundern, wenn Inferno es auch nur in die Nähe der Top 10 schaffen würde, geschweige denn der Top 5. Die geballte Konkurrenz aus Bridget Jones‘ Baby, Girl on the Train und Doctor Strange wird dem Film über die nächsten beiden Wochenenden viele Zuschauer kosten, sodass er auch im besten Szenario nicht über 1,8 Mio Besucher hinausgehen sollte. Das würde aktuell noch für Platz 10 der Jahres-Charts reichen, doch Filme wie Rogue One – A Star Wars Story und Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind stehen uns noch bevor und werden mit Sicherheit erfolgreicher sein. Immerhin wird Inferno Tom Hanks seinen 16. Film in Deutschland mit mehr als einer Million Besuchern bescheren.

Tim Burtons Die Insel der besonderen Kinder hielt sich in der zweiten Woche hervorragend, gab lediglich um 24% nach und lockte weitere 156,000 Zuschauer in die deutschen Kinos. Nach 11 Tagen beläuft sich die Gesamtbesucherzahl des Films auf knapp 463,000. Dank Herbstferien darf Fox weiterhin auf eine Million Besucher in Deutschland kommen, doch auch wenn es mit der magischen Grenze nicht klappt, mindestens 900,000 sollten schon drin sein.

Die Komödie Bad Moms verkaufte an ihrem vierten Wochenende weitere 114,000 Kinotickets (-31%), belegte Rang 4 und wurde zum 21. Besuchermillionär dieses Jahr. Insgesamt wurde Bad Moms bislang von etwa 1,015,000 Kinogängern in Deutschland gesehen. Damit hat der Film auch schon den ähnlich gestarteten How to Be Single überholt und schielt auf ein Gesamtergebnis von etwa 1,35 Mio. Natürlich wird viel davon abhängen, wie stark Bridget Jones‘ Baby ihm dieses Wochenende zusetzen wird, denn schließlich haben beide Filme ein sehr ähnliches Zielpublikum. So oder so ist Bad Moms hierzulande, ebenso wie in den USA, ein großer Erfolg.

Sausage Party fiel um 37% und einen Rang auf 87,000 Besucher und Platz 5 der Wochenendcharts. Die vulgäre Animationskomödie steht bei 287,000 Besuchern nach elf Tagen und sollte etwa eine halbe Million Zuschauer in Deutschland erreichen.

Auf Seite 2 verraten wir Euch, welche neuen Meilensteine Tschick und Nerve erreicht haben und wie weit es Disneys Zoomania, der immer noch in zahlreichen Kinos läuft, mittlerweile gebracht hat.