Box-Office Deutschland: Mockingjay Teil 2 und Spectre bleiben stark

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Box Office Deutschland Mockingjay Teil 2 Spectre

Quelle: Insidekino

Die Ruhe kehrt langsam in die deutschen Kinocharts ein, doch es ist die Ruhe vor dem Sturm, bevor Star Wars: Ds Erwachen der Macht möglicherweise den 14 Jahre bestehenden Startrekord des ersten Harry-Potter-Films brechen wird. Ohne sonderlich starke Neuzugänge gab die Top 10 um 33% gegenüber der Vorwoche nach und erreichte diesmal insgesamt knapp 1,54 Mio Kinogänger. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das aber immer noch einen Anstieg um 4%. Die Überlegenheit von 2015 gegenüber 2014 geht also weiter. Die Top 2 blieb unverändert und sorgte wieder einmal für den Großteil der Kinobesuche am Wochenende.

Die Tribute von Panem – Mockingay Teil 2 verteidigte den Spitzenplatz mit einem überraschend guten Rückgang von nur 42% und lockte 668,000 Zuschauer in die Kinos. Damit schrieb der Film das beste zweite Wochenende in der Franchise-Geschichte der Panem-Filme. Das ist besonders bemerkenswert, da es dem Film zuvor nicht gelungen war, das Startwochenende seines Vorgängers zu schlagen. Das zweite Wochenende von Mockingjay Teil 2 lag jedoch 1% vor Teil 1 und 6% vor Catching Fire. Mit etwa 2,237,000 Besuchern nach 11 Tagen ist Mockingjay 2 bereits in die Jahres-Top-10 in Deutschland aufgestiegen und hat noch viel Benzin im Tank. Noch liegt der Film ganz knapp hinter seinem Vorgänger im selben Zeitraum, aber immerhin 7% vor Catching Fire. Höchstwahrscheinlich wird sich der weitere Verlauf ähnlich wie bei den beiden Vorgängerfilmen gestalten. Die größte Hürde wird natürlich der neue Star-Wars-Film sein, doch es gibt genug Abstand dazu, sodass Mockingjay 2 seinen Freiraum in den Kinos haben und wahrscheinlich zwei weitere Wochen an der Spitze der deutschen Kinocharts verbringen wird. Es wäre der erste Panem-Film, der vier Wochen auf Platz 1 der deutschen Charts verbringen würde. Insgesamt sollte Mockingjay Teil 2 irgendwo bei 3,8-4 Mio Zuschauern landen, was für sehr große Konsistenz der Reihe in Deutschland spricht. Schließlich erreichten auch die letzten beiden Filme jeweils mehr als 3,75 Mio Besucher in Deutschland.

Das James-Bond-Abenteuer Spectre verbrachte seine vierte Woche auf Rang 2 mit 423,000 Besuchern (-45%) und erreichte eine vorläufige Gesamtbesucherzahl von knapp oberhalb 5,5 Mio. Damit hat Spectre nicht nur Casino Royale geschlagen, sondern auch jeden Bond-Film mit Pierce Brosnan. Gegenüber Skyfall verliert er allerdings immer weiter an Boden und liegt bereits 9% zurück im selben Zeitraum. Allerdings kann sich Sony über das Ergebnis wirklich nicht beschweren, denn Spectre wird bald mühelos die 6-Mio-Besuchergrenze erreichen und die zweite Goldene Leinwand kassieren. Außerdem ist der Film mit €52,7 Mio bereits auf Platz 25 der umsatzstärksten Filme aller Zeiten in Deutschland aufgestiegen. Mit viel Glück könnte er sogar 7 Mio Zuschauer schaffen (als zweiter Bond-Film seit den Sechzigern nach Skyfall), auch wenn ich momentan etwa 6,8 Mio für wahrscheinlicher halte.

Noch mehr als in den USA, hat Pixars Arlo & Spot in Deutschland enttäuscht. Nachdem Alles steht Kopf erst vergangenen Monat mit Blockbusterzahlen gestartet ist, erreichte der neuste Streich der Animationsschmiede lediglich 156,000 Zuschauer von 523 Kinos in den ersten vier Tagen und damit einen Schnitt von 299 Zuschauern pro Kino von Donnerstag bis Sonntag. Es ist der mit Abstand schwächste Start in Deutschland für Pixar und liegt 47% unter dem bisherigen Tiefpunkt Merida, der im Sommer 2012 mit 295,000 Zuschauern anlief. Angesichts sehr intensiver Familienkonkurrenz im Dezember (Heidi, Der kleine Prinz, Star Wars, Die Peanuts) wird Arlo & Spot vermutlich auch nicht die Gelegenheit haben, sich sonderlich lange in den Charts zu halten. Die Weihnachtsferien werden ihm zwar etwas helfen, dennoch liegt die 1-Mio-Besuchermarke in weiter Ferne. Als erster Pixar-Film wird er diese höchstwahrscheinlich verfehlen. Ich rechne mit nicht mehr als 800,000 Besuchern in Deutschland. Pixars Alles steht Kopf hat in der ersten Startwoche mehr Besucher gehabt.

Enttäuschend war auch der Start von Bridge of Spies – Der Unterhändler – sowohl für den Regisseur Steven Spielberg als auch für seinen Star Tom Hanks. In 446 Kinos erreichte er lediglich 87,000 Besucher und einen Schnitt von 195 Zuschauern pro Kino. Zwar startete Spielbergs Lincoln mit 66,000 Zuschauern noch schwächer lief aber lediglich in 160 Kinos an. Bridge of Spies wird sich vermutlich aufgrund des sicheren Oscar-Hypes gut halten, doch mehr als 400,000 Zuschauer wird er auch im Idealszenario nicht packen.