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Quelle: Insidekino

Nur ein breiter Neustart hat es vergangenes Wochenende in die Top 10 der deutschen Kinocharts geschafft, doch es war dennoch viel los in den Kinos. Gleich drei Filme erreichten einen neuen Meilenstein und passierten die Millionenmarke nach Besuchern, sodass dieses Jahr bislang insgesamt 25 Besuchermillionäre vorweisen kann. In den letzten fünf Jahren bewegte sich die Gesamtzahl von Millionenhits zwischen 27 und 35 pro Jahr und mit Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind, Vaiana, Sing, Rogue One und Vier gegen die Bank am Horizont, sollte 2016 auf mindestens 30 kommen. Außerdem wurde Tschick nach acht Wochen Herrschaft endlich als Spitzenreiter der deutschen Arthouse-Charts abgelöst. Insgesamt lockten die Top-10-Filme 1,37 Mio Besucher in die Kinos, 16% weniger als vor einer Woche. Gegenüber dem Vorjahr verlor die Top 10 33%.

Der große Gewinner am Wochenende war wieder einmal die Integrationskomödie Willkommen bei den Hartmanns, die sich schnell zu einem echten heimischen Blockbuster entwickelt. Nachdem die Kinozahl des Streifens mit Elyas M’Barek, Florian David Fitz und Heiner Lauterbach um 70 (auf insgesamt 656) aufgestockt worden war, legte der Film an seinem zweiten Wochenende sogar um 4% zu und begeisterte weitere 487,000 Kinogänger. Damit verteidigte der Film nicht nur souverän die Chartspitze,, sondern knackte auch mühelos die Millionenmarke und steht bei etwa 1,135,000 Zuschauern nach 11 Tagen. Dadurch ist Willkommen bei den Hartmanns jetzt schon der dritterfolgreichste deutschsprachige Film des Jahres und wird in den nächsten zwei Wochen an Der geilste Tag (1,72 Mio) und Bibi & Tina – Mädchen gegen Jungs (1,99 Mio) vorbeifliegen. Bis zum Start von Vier gegen die Bank Ende Dezember hat Willkommen bei den Hartmanns keine direkte Konkurrenz zu befürchten, da Phantastische Tierwesen, Arrival und das Star-Wars-Spin-Off Rogue One auf ein anderes Zielpublikum abzielen. Eine Goldene Leinwand mit mehr als 3 Mio Besuchern ist Willkommen bei den Hartmanns so gut wie sicher und ein Endergebnis von rund 3,5 Mio verkauften Tickets ist wahrscheinlich. Für Elyas M’Barek wird Willkommen bei den Hartmanns zu seinem größten Erfolg abseits der Fack-Ju-Göhte-Filme werden und zeugt wieder einmal von der Zugkraft des Stars. Doch auch die Prämisse des Films, die perfekt das aktuelle politische Klima einfängt, hat entscheidend zum Erfolg des Streifens beigetragen.

Platz 2 ging wieder an Doctor Strange, der sich für eine Marvel-Verfilmung außergewöhnlich gut von Woche zu Woche hält, an seinem dritten Wochenende nur 33% abbaute und 194,000 Zuschauer in die deutschen Kinos lockte. Auch Doctor Strange überquerte die 1-Mio-Besuchermarke am Wochenende und steht aktuell bei knapp 1,14 Mio Zuschauern. Doctor Strange hat bereits die Gesamtbesucherzahlen von Iron Man 2 (1,01 Mio) und Thor (1,12 Mio) übertroffen, obwohl er ähnlich wie letzterer gestartet ist. Doctor Strange liegt nur noch 6% hinter Thor – The Dark Kingdom im selben Zeitraum und holt schnell auf. Außerdem liegt er 10% hinter Guardians of the Galaxy und 17% hinter The First Avenger – Civil War. Neben der positiven Mundpropaganda ist vermutlich auch der für „Sherlock“ bekannte und beliebte Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch für den überraschenden Erfolg des Films hierzulande verantwortlich. Mittlerweile kann man von etwa 1,6 Mio Besuchern als wahrscheinliches Endergebnis ausgehen. Damit wird er an dem deutlich besser gestarteten Batman v Superman (1,53 Mio) vorbeiziehen und könnte sogar Suicide Squad (1,6 Mio) toppen.

Tom Cruise gelang mit seinem Action-Sequel Jack Reacher –  Kein Weg zurück ein passabler Start auf Rang 3 mit 166,000 Besuchern von 508 Kinos und einem Schnitt von 328 gelösten Tickets pro Spielstätte. Einschließlich bundesweiter Previews und Sneaks erreichte Jack Reacher 2 181,000 Besucher bis Sonntag. Dieser Start liegt 34% unter dem des ersten Jack Reacher. Dieser stürzte allerdings schnell nach seinem Start und verschwand nach wenigen Wochen komplett aus den Charts. Insgesamt sahen 2013 etwa 532,000 Kinogänger Jack Reacher. Die Konkurrenz-Situation sieht beim Nachfolger etwas besser aus, sodass wir mit einem größeren Durchhaltevermögen und insgesamt wieder etwa einer halben Million Besuchern rechnen dürfen. Die Starpower von Tom Cruise hat in Deutschland deutlich nachgelassen. Während seiner gesamten Karriere erreichten 20 seiner Filme hierzulande mehr als eine Million Besucher, seit 2011 gelang dies jedoch ausschließlich seinen Mission: Impossible-Filmen, während Oblivion, Edge of Tomorrow und Jack Reacher daran scheiterten.

Auf Seite 2 geht es weiter mit dem großen Erfolg von Trolls, einem neuen Meilenstein für Bridget Jones‘ Baby, der neuen Nummer 1 der deutschen Arthouse-Charts und Besucher-Updates zu Inferno, Bad Moms und Die Insel der besonderen Kinder.