Quelle: Insidekino

Die Kombination aus den Pfingstfeiertagen und einem deutlich kinofreundlicherem Wetter als in der Vorwoche wirkte Wunder an den deutschen Kinokassen und führte dazu, dass die Gesamtbesucherzahl der Top 10 vergangenes Wochenende um 56% gegenüber der Vorwoche zulegte und 1,1 Mio erreichte. Nichtsdestotrotz lag die Top 10 abermals unter dem Vorjahr, diesmal um 24%. Nahezu jeder Film (mit einer Ausnahme) konnte gegenüber der Vorwoche deutlich zulegen und trotz der neuen Konkurrenz von Angry Birds gelangen gerade Familienfilmen kräftige Zuwächse.

Mit dem Start von Angry Birds gab es einen Wachwechsel an der Spitze der deutschen Kinocharts. Die Computerspielverfilmung eroberte den Box-Office-Thron mit soliden, wenn auch nicht sehr aufregenden 330,000 Zuschauern von 679 Kinos. Mit 486 verkauften Tickets pro Spielstätte hat Angry Birds auch den besten Kinoschnitt am Wochenende erzielt. Einschließlich der Previews holte sich Angry Birds insgesamt 350,000 Zuschauer bis Sonntag. Insgesamt liegt der Start im Rahmen des Gewöhnlichen für Animationsfilme aus dem Hause Sony – zwischen den Starts von Hotel Transsilvanien (259,000 inkl. Previews) und Hotel Transsilvanien 2 (415,000 inkl. Previews). Die einzige nennenswerte Konkurrenz, die Angry Birds bis zum Start von Ice Age 5 – Kollision Ende Juni erwartet, ist Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln. Ansonsten wird Angry Birds vermutlich das Nummer-1-Kinoziel für Familien während der Europameisterschaft bleiben. Ein Gesamtergebnis in Höhe von 1,5 Mio Zuschauern oder sogar mehr ist durchaus vorstellbar.

Der einzige Film, der scheinbar nicht sonderlich vom erneuten Wetterumschwung und den Feiertagen profitieren konnte und gegenüber der Vorwoche Besucher verloren hat, war The First Avenger: Civil War. Die Marvel-Verfilmung gab um 22% nach und wurde an ihrem dritten Wochenende auf den zweiten Platz der Kinocharts verwiesen. Insgesamt wurde der Film am Wochenende von 225,000 weiteren Kinogängern in Deutschland gesehen und brachte seine vorläufige Gesamtbesucherzahl auf 1,368,000 Besucher nach 18 Tagen. Damit stieg der Film bereits auf Platz 8 der besucherstärksten Filme des Jahres auf und hat Marvel-Filme wie Iron Man 2 und Thor hinter sich gelassen. Außerdem liegt Civil War trotz eines schwächeren Starts mittlerweile schon 3% vor Batman v Superman: Dawn of Justice im selben Zeitraum und wird diesen Vorsprung in den nächsten Wochen noch erheblich ausbauen. Aktuell kann Batman v Superman etwa 1,52 Mio Zuschauer in Deutschland vorweisen. Civil War wird bereits kommendes Wochenende an dem Film vorbeiziehen. Verglichen mit Iron Man 3, dem hierzulande erfolgreichsten MCU-Film abseits der beiden Avengers, liegt Civil War im gleichen Zeitraum 15% zurück, holt aber langsam auf. Gegenüber Thor – The Dark Kingdom und Guardians of the Galaxy hat der Film aktuell einen Vorsprung von 12% bzw. 8% im selben Zeitraum. Das deutet eigentlich auf eine finale Gesamtbesucherzahl von 1,9 Mio oder mehr hin. Allerdings muss man auch bedenken, dass mit X-Men: Apocalypse, Warcraft – The Beginning und Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln der Film in den nächsten Wochen sehr große Blockbuster-Konkurrenz zu spüren bekommen wird, sodass auch ein Ende mit 1,8 Mio Besuchern vorstellbar ist. Um Iron Man 3 zu toppen, benötigt der Film mehr als 1,92 Mio Zuschauer und das ist zwar nicht auszuschließen, dürfte aber recht schwierig zu erreichen sein, weil mit dem Anbruch der EM die Kinosäle ab Juni leer bleiben werden.

Platz 3 ging am Wochenende an die Comedy-Fortsetzung Bad Neighbors 2, die gegenüber ihrem enttäuschenden Start um 27% auf 194,000 Besucher zulegte. Mit 385,000 verkauften Tickets in 11 Tagen hat der Film immer noch nicht einmal das Startwochenende des ersten Films erreicht und kann von dessen Gesamtbesucherzahl (1,71 Mio) nur träumen. Da jedoch in den nächsten Wochen kein weiterer großer Film startet, der es auf die Lachmuskeln der Zuschauer abzielt, sollte sich Bad Neighbors 2 ganz gut halten. Man denke auch an das beeindruckende Durchhaltevermögen von Dirty Grandpa (ebenfalls mit Zac Efron), der im Februar in direkter Konkurrenz zu Deadpool mit knapp über 300,000 Zuschauern anlief und bis dato mehr als 1,3 Mio Tickets verkauft hat. So weit wird Bad Neighbors 2 zwar vermutlich nicht kommen, doch ich traue ihm eine Million Besucher in Deutschland zu. Der Abstieg gegenüber dem Vorgänger wird also nicht annähernd so heftig sein wie zwischen Ted (3,37 Mio Besucher) und Ted 2 (1,2 Mio Besucher).

The Jungle Book fiel um einen Platz auf #4, steigerte sich jedoch nach Besuchern um 29% auf 128,000 und steht jetzt bei fast 1,5 Mio Zuschauern in Deutschland. Die Box-Office-Performance des Films hierzulande ist bei weitem nicht so beeindruckend wie in den USA oder in Großbritannien, doch auch hier wird er Maleficent (1,51 Mio Besucher) schon sehr bald hinter sich lassen. Von allen Filmen wird The Jungle Book vermutlich am meisten von Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln betroffen werden und natürlich wird auch das Wetter eine entscheidende Rolle im weiteren Verlauf spielen, doch mit etwas Glück könnte The Jungle Book noch an der 2-Mio-Besuchermarke kratzen.

Rico, Oskar und der Diebstahlstein verbesserte sich nicht nur um 46% gegenüber der Vorwoche und erreichte 47,000 Zuschauer, sondern kletterte auch um einen Platz nach oben, zurück in die Top 5. Nach 18 Tagen steht der deutsche Familienfilm bei 168,000 Zuschauern, liegt allerdings 31% hinter Teil 2 und 44% hinter Teil 1 zurück. In den kommenden Wochen und auch während der EM sollte sich der Streifen ganz gut halten und könnte mit etwas Glück die 500,000-Marke erreichen, wird jedoch dauerhaft hinter den Ergebnissen seiner Vorgänger bleiben.

Auf Seite 2 verraten wird, wie viele Zuschauer Disneys Megahit Zoomania und die Arthouse-Überraschungen Ein Mann namens Ove und Birnenkuchen mit Lavendel in Deutschland bereits erreicht haben.