Quelle: Insidekino

Nach dem besucherschwächsten Wochenende des Jahres, ging es über Ostern an den deutschen Kinokassen hoch her. Die Ankunft der beiden streitlustigen Superhelden sorgte für den nötigen Aufschwung an den Kinokassen, während auch diverse ältere Filme von den Feiertagen und den Schulferien profitierten. Insgesamt lockten die zehn erfolgreichsten Filme 1,49 Mio Zuschauer in die Kinos, 42% mehr als in der Vorwoche. Gegenüber dem gleichen Wochenende im Vorjahr, als Der Nanny die Charts anführte, ging es um 18% rauf.

Batman v Superman: Dawn of Justice gelang auch in Deutschland ein sehr ordentlicher, wenn auch nicht unbedingt herausragender Start. Mit 630,000 Zuschauern bis Sonntag, einschließlich der deutschlandweiten Previews am Mittwoch, und 555,000 Besuchern von 657 Kinos am regulären Wochenende, war es der drittbeste Start des Jahres (nach Deadpool und Zoomania). Der Start übertraf deutlich das erste Wochenende von Man of Steel, der mit 294,000 Besuchern aus anlief und insgesamt nur 755,000 Tickets in Deutschland verkaufte. Klammert man die Previews aus, war das Startwochenende des Films nahezu identisch mit dem Start des ersten Avengers-Films. , der 2012 insgesamt 2,25 Mio Zuschauer hierzulande erreichte. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass Batman v Superman sich in den kommenden Wochen ähnlich gut halten wird. Auch wenn es an dem Startwochenende nicht viel zu meckern gibt, muss man anmerken, dass der Film trotz der milderen FSK12-Friegabe deutlich unter Deadpool (714,000 Besucher) und den letzten beiden Batman-Filmen von Christopher Nolan gestartet ist. Dabei ist er dank Ostern unter den bestmöglichen Bedingungen angelaufen. In den kommenden Wochen sollte er insbesondere von der Konkurrenz durch The Huntsman & the Ice Queen getroffen werden. Ein Gesamtergebnis von 2 Mio Zuschauern ist zwar nicht auszuschließen, doch 1,8 Mio erscheinen wahrscheinlicher. Fällt er so schnell wie Man of Steel, werden es sogar nur 1,6 Mio gelöste Tickets.

Zoomania musste sich am vierten Wochenende zwar erstmals geschlagen geben, fiel aber lediglich um mickrige 2% nach und lockte weitere 339,000 Zuschauer in unsere Kinos. Nach 25 Tagen wurde der Animationsfilm von Disney bereits von knapp 2,31 Mio Zuschauern hierzulande gesehen. Damit ist Zoomania nach The Revenant und Deadpool bereits der dritte Film von 2016, der die 2-Mio-Besuchermarke überschritten hat. Aktuell liegt Zoomania etwa 5% hinter Puxars Alles steht Kopf aus dem letzten Jahr und verringert langsam aber sicher die Distanz zwischen den beiden. Ein Gesamtergebnis von 3 Mio Besuchern und damit die erste Goldene Leinwand des Jahres sind dem Animationsfilm sicher. Allerdings wird er in den kommenden Wochen einerseits an der Konkurrenz seitens The Jungle Book leiden und andererseits an dem aufkommenden schönen Wetter, das für gewöhnlich heftige Einbußen für alle Familienfilme bedeutet. Nichtsdestotrotz steuert er weiterhin auf mindestens 3,3 Mio Besucher in Deutschland zu und könnte sogar 3,5 Mio toppen, wenn das schöne Wetter nicht allzu lange anhält. Die Mundpropaganda des Films ist phänomenal.

Platz 3 ging an den deutlich weniger erfolgreichen Animationsfilm Kung Fu Panda 3, der trotz der Ostertage um 24% auf 131,000 Besucher fiel und nach 11 Tagen bei 429,000 verkauften Kinotickets in Deutschland steht. Damit hat Kung Fu Panda 3 immer noch weniger Besucher erreicht als seine beiden Vorgänger alleine an ihren Startwochenenden. Es ist angesichts dieser Performance kaum zu glauben, dass erst vor acht Jahren Kung Fu Panda 3,15 Mio Besucher in Deutschland hatte. Auch der zweite Film lief mit 1,88 Mio Zuschauern vor fünf Jahren recht ordentlich. Von diesen Zahlen kann Kung Fu Panda 3 nur träumen. Nach Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman und Die Hüter des Lichts wird er zu einem weiteren DreamWorks-Animationsfilm, der nicht einmal eine Million Zuschauer in Deutschland erreichen wird. Im besten Fall werden hier 900,000 Besucher zusammenkommen.

Der geilste Tag verlor ebenfalls einen Platz, hielt sich aber mit einem Rückgang von nur 7% ganz gut. Über das Osterwochenende wurde der deutsche Kinohit von 116,000 weiteren Zuschauern gesehen und erreichte knapp 1,4 Mio verkaufte Tickets. Der Film hat jetzt schon Matthias Schweighöfers Frau Ella überholt und liegt gleichauf mit Der Nanny im selben Zeitraum, allerdings nach einem deutlich stärkeren fünften Wochenende. Der Nanny erreichte insgesamt etwa 1,66 Mio Zuschauer in Deutschland, sodass Der geilste Tag problemlos an ihm vorbeiziehen und bei etwa 1,8 Mio Besuchern landen sollte. Das würde ihn nach Schlussmacher, Vaterfreuden und Rubbeldiekatz zum vierterfolgreichsten Film in Deutschland mit Schweighöfer in der Hauptrolle machen.

Platz 5 ging an Die Bestimmung – Allegiant, der um 36% stärker fiel als jeder andere Film in der Top 10. Das Sequel erreichte weitere 71,000 Zuschauer und brauchte seine vorläufige Gesamtbesucherzahl auf 252,000. Damit liegt Allegiant 21% hinter Insurgent und 34% hinter Divergent, ohne jegliche Chance aufzuholen. Der erste Film hatte noch 638,000 Besucher insgesamt in Deutschland, Insurgent kam auf 564,000. Allegiant wird sogar eine halbe Million klar verfehlen und vermutlich bei etwa 400,000 landen – eine Riesenenttäuschung, die aber auch die schwache Box-Office-Performance aus Nordamerika widerspiegelt.

Auf Seite 2 geht es weiter mit den deutschen Box-Office-Ergebnissen von London Has Fallen, Deadpool und The Revenant.