Quelle: Insidekino

Das Kinogeschäft in Deutschland gewinnt endlich wieder an Boden gegenüber dem Vorjahr, nachdem es während der Europameisterschaft hierzulande sehr finster aussah. Zwar ging die Gesamtbesucherzahl der Top 10 um 3% gegenüber der Vorwoche auf 1,27 Mio zurück, lag aber dennoch satte 25% über dem gleichen Wochenende im Vorjahr. Mit den Sommerferien in weiten Teilen der Bundesrepublik verteilen sich die Kinobesucher momentan über die ganze Woche und konzentrieren sich weniger auf die Wochenenden, sodass die Zuschauerzuwächse an Wochentagen hoch sind.

Die ungezogenen Haustiere von Pets haben die Spitze der deutschen Kinocharts weiterhin fest im Griff. Am dritten Wochenende in Folge gewann Universals Animationshit und gab lediglich um 17% gegenüber dem vorigen Wochenende nach. Weitere 365,000 Zuschauer sahen den Film in unseren Kinos und brachten die vorläufige Gesamtbesucherzahl auf 2,219,000. Damit ist Pets bereits der sechste Film dieses Jahr, der in Deutschland mehr als 2 Mio Kinotickets verkauft hat und steuert mit großen Schritten auf die zweite Goldene Leinwand des Jahres (für mehr als 3 Mio Zuschauer) zu. Die erste ging dieses Jahr an Zoomania. Pets liegt aktuell stolze 25% vor Zoomania im selben Zeitraum und da Disneys Film bis dato fast 3,8 Mio Zuschauer in Deutschland erreicht hat, können wir mit Gewissheit davon ausgehen, dass Pets als erster Film des Jahres die 4-Mio-Besuchermarke knacken wird. Die Konkurrenz ist für Pets in den kommenden Wochen so gut wie nicht vorhanden. Der nächste nennenswerte Animationsfilm, Findet Dorie, startet erst am 29. September. Unter diesen Voraussetzungen kann man sogar von 4,5 Mio Besuchern für Pets ausgehen. Damit wäre er einer der 12 erfolgreichsten computeranimierten Filme aller Zeiten in Deutschland.

Jason Bourne belegte den zweiten Platz mit soliden 285,000 Besuchern von 528 Kinos und erzielte im Schnitt 539 Zuschauer pro Spielstätte. Es war das mit Abstand schwächste Startwochenende für einen Bourne-Film mit Matt Damon – 19% unter Die Bourne Verschwörung, 30% unter Die Bourne Identität und 43% unter Das Bourne Ultimatum. Immerhin lag der Start 43% über dem von Jeremy Renners Das Bourne Vermächtnis. Außerdem sollte man anmerken, dass Jason Bourne in 175 Kinos weniger anlief als Das Bourne Ultimatum. Insgesamt hat der Hype um die Bourne-Reihe deutlich nachgelassen. Das war auch schon an den Einspielergebnissen des Films in Nordamerika abzulesen. Mit Suicide Squad, Mechanic: Resurrection und Ben-Hur erwartet den Film viel actionreiche Konkurrenz in den nächsten Wochen, sodass er bestenfalls eine Million Besucher hierzulande erreichen wird. Damit läge er nur knapp hinter dem bislang besucherschwächsten Bourne-Film mit Damon. Der bisherige Tiefpunkt, Die Borune Verschwörung, kam bei uns auf etwa 1,1 Mio Besucher.

War der Start von Jason Bourne höchstens leicht enttäuschend, kam Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows katastrophal aus den Startlöchern – entsprechend seiner Box-Office-Performance in den USA. Das Sequel lockte nur 108,000 Zuschauer in 432 Kinos (im Schnitt 251 Besuchern pro Kino) und zählte bis Sonntag 118,000 verkaufte Tickets, einschließlich der Sneaks und Previews. Das waren 55% weniger als zum Start des Vorgängers vor zwei Jahren. Der letzte Film erreichte in Deutschland insgesamt 855,000 Besucher, der Nachfolger wird vermutlich nicht über 400,000 hinauskommen.

Der große Gewinner unter den Neustarts am Wochenende war ganz klar Schweinskopf al dente, die dritte Verfilmung der bayerischen Eberhofer-Krimis von Rita Falk. Der Streifen verbuchte 96,000 Zuschauer von nur 149 Kinos auf Platz 4 und schrieb mit 649 Zuschauern pro Kino den höchsten Schnitt der Charts. Inklusive Previews erreichte Schweinskopf al dente 111,000 Besucher bis Sonntag – 131% mehr als Dampfnudelblues (in 97 Kinos) und 29% mehr als Winterkartoffelknödel (in 132 Kinos) zum Start. Die Reihe scheint noch viel Potenzial nach oben in ihrer bayerischen Heimat zu haben. Dampfnudelblues und Winterkartoffelknödel erreichten beide mehr als eine halbe Million Zuschauer in Deutschland (bzw. hauptsächlich in Bayern) und das wird auch Schweinskopf al dente nicht verwehrt bleiben. Nach dem grandiosen Start erwarte ich mehr als 600,000 Besucher insgesamt.

Ice Age – Kollision voraus! rundete mit 87,000 Besuchern (-29%) die Top 5 ab und steht nach sieben Wochen in den Charts bei 2,560,000 verkauften Tickets. Zwar ist das sehr weit entfernt von den großartigen Zahlen seiner vier Vorgänger, die allesamt mehr als 6 Mio Zuschauer erreichten, doch immerhin hat sich der neue Ice Age nach dem miserablen Start gut erholt und hat jetzt eine reelle Chance auf 3 Mio Zuschauer, da er wie Pets von einem Mangel an Konkurrenz in den kommenden Wochen profitieren sollte. Mit Pets, Zoomania und Ice Age 5 wird bald die gesamte Top 3 der diesjährigen Jahres-Charts aus Animationsfilmen bestehen.

Auf Seite 2 erzählen wir Euch, wie es bei Star Trek Beyond und dem Dauerbrenner Ein ganzes halbes Jahr läuft.