Quelle: Insidekino

Warmes Frühlingswetter hat Deutschland endlich erreicht und zusammen mit dem Ende der Osterferien in den meisten Bundesländern ergab sich eine ungünstige Konstellation für die Kinobetreiber. Das Ergebnis was das bislang besucherschwächste Wochenende des Jahres, an dem die Top-10-Filme lediglich etwa 850,000 Zuschauer anlockten, 10% weniger als in der Woche davor. Gegenüber dem gleichen Wochenende im Vorjahr, als der übermächtige Fast & Furious 7 noch die Charts anführte, ging es um 37% runter. Nahezu jeder Film in der Top 20 verlor mehr als 40% gegenüber der Vorwoche, aber immerhin erreichten vier Filme sechsstellige Besucherzahlen.

Einen Wachwechsel an der Spitze der Kinocharts gab es nicht nur in Nordamerika, sondern auch bei uns, jedoch blieb Platz 1 weiterhin fest in Warners Hand. Nachdem Batman v Superman schon in seiner zweiten Woche den Box-Office-Thron nur noch sehr knapp gegen den Megahit Zoomania verteidigen konnte, verdrängte die Komödie How to Be Single den Superheldenstreifen endgültig von der Spitze. Mit knapp 207,000 Besuchern von 377 Kinos schrieb der Film am regulären Wochenende (Donnerstag bis Sonntag) einen sehr starken Schnitt von 548 Zuschauern pro Kino. Dank sehr gut besuchten Previews und Sneaks hat der Film bis Sonntag insgesamt 253,000 Tickets verkauft. Der Erfolg des Films, der in den USA mit knapp $47 Mio Einspiel nur mäßig lief, zeigt, wie gerne deutsche Kinogänger Komödien im Kino sehen. Das konnte man dieses Jahr bereits bestens anhand des Überraschungserfolgs von Dirty Grandpa hierzulande beobachten. Für das überwiegend weibliche Zielpublikum von How to Be Single gibt es in den kommenden Wochen eigentlich wenig Konkurrenz, sodass eine ordentliche Laufzeit folgen sollte. Ein Gesamtergebnis von mehr als 800,000 Zuschauern ist nicht unwahrscheinlich und sogar eine Million würde ich dem Film zutrauen.

Zoomania belegte, wie schon in der Vorwoche, den zweiten Platz der deutschen Kinocharts. Allerdings fiel der Film an seinem sechsten Wochenende im Verleih im Angesicht des Ferienendes und des schönen Wetters um 44%. Es war der bislang heftigste Drop von Disneys Animationshit. Ansonsten gibt es über Zoomania jedoch nur Positives zu berichten. Am Wochenende lockte er weitere 145,000 Zuschauer in die deutschen Kinos und überschritt damit als erster Film von 2016 die 3-Mio-Besuchermarke, wofür es auch die erste Goldene Leinwand des Jahres gab. Insgesamt hat der Film in Deutschland schon etwa 3,064,000 Kinotickets verkauft und ist damit auf Platz 25 der besucherstärksten computeranimierten Filme in Deutschland aufgestiegen. Im direkten Vergleich mit dem letztjährigen Pixar-Hit Alles steht Kopf liegt Zoomania um 3% vorne im selben Zeitraum, und das nach einem besseren Wochenendergebnis. Dabei startete Zoomania eigentlich schwächer als Pixars Film, hielt sich jedoch dank grandioser Mundpropaganda sehr gut. Alles steht Kopf erreichte in Deutschland etwa 3,44 Mio Zuschauer. Zoomania sollte es also problemlos auf 3,5 Mio bringen und vielleicht sogar noch etwas darüber hinaus, abhängig davon, wie hart The Jungle Book ihn dieses Wochenende treffen wird.

Der Start von The Huntsman & The Ice Queen auf Platz 3 zeigte eindeutig, das die Nachfrage nach einem Sequel zu Snow White and the Huntsman (insbesondere ohne Snow White) sehr gering war. Der Film enttäuschte mit schwachen 132,000 Zuschauern von 595 Kinos und erzielte einen Schnitt von nur 222 Besuchern pro Kino. Im Vergleich; der Vorgänger startete 2012 mit 389,000 Zuschauern von 618 Kinos und erreichte in Deutschland insgesamt 1,66 Mio Besucher. Angesichts der Starts von Gods of Egypt und The Jungle Book, die beide direkte Konkurrenz zum Fantasyfilm darstellen, wird The Huntsman & The Ice Queen möglicherweise nicht einmal ein Viertel der Besucher von Teil 1 packen. Momentan sieht es für den Film nach maximal 450,000 Zuschauern aus.

Auf Seite 2 geht es weiter mit den Updates zu den Besucherzahlen von Batman v Superman, Deadpool und Star Wars: Das Erwachen der Macht.