Assault on Wall Street (2013)

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Assault on Wall Street (2013) Filmkritik
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gesamt

Assault on Wall Street, CA 2013 • 97 Min • Regie: Uwe Boll • Drehbuch: Uwe Boll • Mit: Dominic Purcell, Edward Furlong, Eric Roberts, Keith David, Erin Karpluk, Michael Pare • Kamera: Mathias Neumann • Musik: Jessica De Rooij • FSK: ab 16 Jahren • DVD/BluRay-Start: 27.09.2013 • Verleiher: Splendid Film

Kaum ist die Finanzkrise aus der Massen- und Medienwelt verschwunden, ist es der berühmt-berüchtigte Kultregisseur Uwe Boll („Schwerter des Königs“, „Far Cry“), der sie den Zuschauern wieder vor Augen führt. Boll hat in zahlreichen Audiokommentaren bereits länger den Wunsch geäußert, eine radikalere, ehrlichere Aufarbeitung der Finanzkrise zu verwirklichen, als es Hollywood mit Filmen wie „Wall Street 2“ getan hat. Aus diesem Wunsch entstand nun „Assault On Wall Street“, der seinem Namen mehr als gerecht wird.

Jim Baxford ist ein durchschnittlicher Amerikaner, der mit seiner Frau Rosie in New York lebt. Beide belasten finanzielle Schwierigkeiten die aufgrund der Krankheit von Jims Frau immer größer werden. Als dann urplötzlich Jims Erspartes im Zuge von Entwicklungen während der vorherrschenden Finanzkrise verloren geht und seine Frau darauf folgend aus erdrückenden Schuldgefühlen Selbstmord begeht, steht er vor dem endgültigen Nichts. Jim beschließt, sich an den Verursachern seiner persönlichen Hölle zu rächen… und diese findet er in der Wall Street.

Assault on Wall Street (2013) Bild 1Uwe Boll hat sich verändert. Begann er seine Karriere mit zahlreichen Videospieleverfilmungen, so zieht es ihn nun eher zu den politischen Filmen mit persönlicher Aussage. Dies führte ihn bereits mit seinen Filmen wie dem Drama „Darfur“ und dem Actionfilm „Rampage“ zu viel positiver Resonanz bei den Kritikern. Auch „Assault On Wall Street“ ist persönlich. Hier versucht Uwe Boll allen Betroffenen der Finanzkrise der letzten Jahre eine Stimme zu geben – und zwar radikal und unverblümt. Dabei beginnt der Film gar nicht so reißerisch wie es auf den ersten Blick scheinen könnte. Boll nimmt sich viel Zeit, um seine beiden Hauptcharaktere einzuführen. Hier liegt die besondere Stärke des Films: Durch den ruhigen Anfang kann sich der Zuschauer besonders gut mit den Charakteren identifizieren, was essentiell für die späteren Entwicklungen in der Handlung ist.

Ist der Wendepunkt erst mal erreicht, bei dem Jim, gespielt von Hollywood-Star Dominik Purcell („Prison Break“, „Killer Elite“), zur Waffe greift, gibt es kein Entkommen mehr. Uwe Boll gibt dem Zuschauer die Chance, die ganze während der Einführungsphase angestaute Wut gegenüber dem Finanzsystem in einer ca. 30-minütigen Actionorgie zu entladen. Ja, die Rache an den Finanzchefs ist blutig, aber konsequent.

Technisch ist der Film auf sehr hohem Niveau realisiert, vor allem die Actionsequenzen sind gut gemacht. Uwe Boll setzt nicht nur auf plattes Dauerfeuer, sondern lässt auch mal Granaten durch die Büroräume fliegen. Effekttechnisch gibt es ebenfalls nichts zu beanstanden. Während auf Computereffekte größtenteils verzichtet wurde, regieren handgemachte Explosionen das Actiongeschehen.

Schauspielerisch bietet der Film einige bekannte Namen aus Hollywood. Neben Keith David („Cloud Atlas“), haben auch Edward Furlong („Terminator 2“, „The Green Hornet“) sowie Eric Roberts („The Expendables“, „Das Kind“) Nebenrollen ergattern können. Besonders überzeugend ist aber Dominik Purcell in seiner Hauptrolle als der „Wall-Street-Killer“, welcher hier alle Facetten einer Charakterdarstellung durchlaufen darf.

Trotz einiger Härten, konnte „Assault On Wall Street“ die berüchtigte deutsche FSK-Hürde nehmen und wird unzensiert mit einer FSK 16 Freigabe im September in den Ladenregalen stehen. Ob die radikale Herangehensweise für jedermann verdaulich sein wird, ist eine andere Frage. Feststeht aber, dass Uwe Boll mit „Assault On Wall Street“ ein actiongeladenes Drama geschaffen hat, dass niemanden kalt lassen wird. Emotional, dramatisch und ehrlich.


 

Assault on Wall Street DVD-CoverInformation zur Veröffentlichung

Die deutsche DVD und Blu-Ray-Disc sind ab dem 27. September 2013 im Handel erhältlich.

Der Film kommt ungekürzt in die Läden und sowohl die DVD als auch die BluRay haben ein Wendecover ohne FSK-Logo. Leider findet sich bei den Veröffentlichung kein Bonusmaterial.

(© Splendid Film)


Trailer